Der Niederländer Albert van de Poel hielt in seinen im Winter 1944/45 niedergeschriebenen Erinnerungen über seine KZ-Haft in Neuengamme über Karl Baron von Rosenberg fest: „Zu den schwärzesten Schafen im Konzentrationslager gehörten die Juden. Und unter ihnen lebte Baron von Rosenberg. Er war Katholik und fühlte sich in dieser Gruppe von Menschen nicht heimisch, mit […]
Nach dem am 15. September 1935 erlassenen „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ waren Eheschließungen zwischen Juden und „Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes“ verboten.[1]Reichsgesetzblatt 1935 I, Bl. 1146 f. Um solche Ehen zu unterbinden, mussten heiratswillige Paare vor der Eheschließung bei den Standesämtern ihre „arische“ Abstammung nachweisen. Was passierte nun aber […]
Zu den Personen, die trotz jüdischer „Rassenzugehörigkeit“ in der Zeit des Nationalsozialismus zunächst unter einem gewissen rechtlichen Schutz vor Verfolgung standen, zählten Juden in sogenannten „Mischehen“, die mit einem „arischen“ Partner verehelicht waren.[1]Nach der Definition der „Nürnberger Gesetze“ galten nicht nur Personen jüdischer Konfession zu den Juden, sondern entsprechend der nationalsozialistischen Rassedefinition auch deren … Weiterlesen […]
Von der Judenverfolgung des Dritten Reiches betroffen war auch die Familie Lötje. Diese bestand aus der sogenannten „Volljüdin“ Anna Lötje geborene Lippstadt, ihrem „arischen“ Ehemann Oskar sowie den drei von den Nazis als „Mischlingen I. Grades“ stigmatisierten Kindern.[1]Stadtarchiv Quickborn (StA Quickborn), Judenakte.. Oskar Lötje, geb. 1904, stammte ursprünglich aus Eutin und war von Beruf Bäcker […]
Wiedergutmachungsverfahren Oskar Lötje Aussage des Landwirts August Storjohann, Amtsgericht Pinneberg, 17. November 1959:[1]Landesarchiv Schleswig-Holstein, Abt. 761 Nr. 13110. „Es war wohl Ende des Jahres 1944, als eines Tages der Polizeibeamte Klövkorn zu mir kam und mich fragte, ob ich mit Juden Geschäftsverbindungen habe. Ich verneinte diese Frage zunächst, worauf er mir vorhielt, dass ich doch […]
REDE, NOVEMBER 2013. (Für Elmshorn & Kiel.) Mein lieben Mitgeschöpfe, (Ich denke, das inkludiert alle Anwesenden hier), Es ist leider so, dass wir uns normalerweise treffen, nur um über Negatives und Trauriges zu gedenken. Das soll nicht so sein – weil das Judentum hat so viele wunderbare und wichtige Lehren, die unsere Welt dringend […]
Hermann Lichtenstein wurde 1881 in Berlin geboren und heiratete dort 1907 Clara Schieche, die nach der Eheschließung zum Judentum konvertierte. 1896 begann er eine Lehre und schloss sich mit 18 Jahren der Sozialdemokratischen Partei an. 1911 verzog das Ehepaar nach England. Hier geriet Hermann Lichtenstein mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Kriegsgefangenschaft und kehrte 1919 […]
Im Dreibeekenmoorweg[1]Ich danke dem Grundbuchamt des Amtsgerichts Pinneberg und dem Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein, Abteilung 7 – Liegenschaftskataster Elmshorn für die genaue … Weiterlesen hatte der Arzt Johann Kaum mit seiner Frau und Stieftochter ein ca. acht Morgen großes Grundstück mit einem Wohngebäude, das von der Familie als Wochenendhaus genutzt wurde und in dem […]
Letzter Wohnort der Jüdin Jetta Husmann in der Bahnhofstraße 28 Jutta Husmann, geb. 30.11.1872, hatte hier ein Textilgeschäft. Am 17. Juli 1942 erhielt sie den „Evakuierungsbefehl“ und nahm sich einen Tag später das Leben.
Elisabeth Ruhmann wuchs in einem christlich geprägten Elternhaus in Hamburg-Borgfelde auf. Nach dem ersten schweren Bombenangriff auf Hamburg im Sommer 1943 zog Elisabeth mit ihren beiden Kindern umgehend nach Tornesch ins Esinger Moor zu ihrer Stiefschwester. Mit dem deutlichen Bewusstsein, in welche Gefahr sie sich brachte, versteckte Frau Ruhmann nach dem Sommer 1944 eine jüdische […]