Erna Nelamischkies (1914-1943), Diakonissenschwester – Opfer der sog. „Euthanasie“

Hier, in der Katharinenstraße 13, hat die Familie Nelamischkies seit Mitte der 1930er-Jahre lange gelebt. Meine Tante, Erna Berta Nelamischkies, wurde am 29. November 1914 in Uetersen als fünftes Kind der Eheleute Michael und Anna Christina Nelamischkies geboren und besuchte auch die hiesige Volksschule. Nach der Schulentlassung 1929 war sie, wie zu der Zeit üblich, […]

Katharina Kröger, geb. Jürgs (1878-1941) – Opfer der sog. „Euthanasie“

Einleitung Bei Durchsicht der beiden Beerdigungsregister der Kirchengemeinde Uetersen nach dem Standesamt Bernburg bzw. Bernburg II hat d. Verf. im Januar 2015 insgesamt sechs Sterbeeinträge im Jahr 1941 gefunden[1]. Dieses Standesamt ist ein Hinweis auf ein sog. „Euthanasie“-Opfer. Eines der Opfer ist Katharina Kröger, geb. Jürgs. Durch die Zustimmung der Familie war es möglich, eine […]

Magnus Pettersson (1916-1944) – als „asozial“ stigmatisiert

Magnus Franz Heinrich Gustav Petterssohn wurde am 23. Januar 1916 in Uetersen geboren. Seine Eltern waren Marie, geb. Schwarz, und Magnus Petterssohn, ein Zigarrenmacher. Die Familie war evangelisch-lutherischer Konfession und hatte, wie der Name vermuten lässt, schwedische Vorfahren. Zur Zeit von Petterssohns Geburt wohnte die Familie in der Parkstraße 2 in Uetersen. Im Februar 1938 […]

Lola Jurtschonok (1943-1944) – ein Kleinkind ohne Zukunft

Lola wurde am 10.07.1943 in Wetrino, damals Sowjetunion jetzt Weißrussland, geboren. Ihre Eltern sind Elias und Ljuba Jurtschonok[1], beide sind Jahrgang 1921; der Vater ist Uhrmacher und Arbeiter[2] von Beruf, die Mutter Arbeiterin. Die Eltern kamen mit Lola am 26.07.1944 aus Polozk[3] nach Uetersen. Dies geschah jedoch nicht freiwillig. Sie lebten in der Unterkunft auf […]

Franz Leo Lissner (1900-1945), Maurer – Opfer der Aktion „Arbeitsscheu Reich“

Franz Leo Lissner wurde am 2. August 1900 in Eickfier, Kreis Schlochau, in Westpreußen geboren. Seine Eltern waren Pauline, geb. Wollschläger, und Karl Lissner, ein Schneidermeister. Die Familie war katholisch. Franz Lissner besuchte die Volksschule in Eickfier und machte anschließend in den Jahren 1917 bis 1920 eine Lehre zum Maurer. Ab 1920 war er mehrere […]

Maria Skumatow (1943-1944) – ein Kleinkind ohne Zukunft

Maria wurde am 20.03.1943 in N.N., damals Sowjetunion jetzt Weißrussland, geboren. Ihre Eltern sind Wassili Skumatow und Nadezda Skumatow[1]; der Beruf des Vaters ist unbekannt, die Mutter ist Arbeiterin. Die Eltern kamen mit Maria am 26.07.1944 aus Polozk[2] nach Uetersen. Dies geschah jedoch nicht freiwillig. Sie lebten in der Unterkunft auf dem Gelände der „Uetersener […]

Heisterkampstraße als eine „Straße im Widerstand“

Hier wohnten mehrere der in den „Offenborn-Prozessen“ Verurteilten ehem. KPD-Mitglieder: u.a. Karl Haase (Nr. 29), Franz Kristen (Nr. 36) und Hans Due (Nr. 38). Alle Genannten wurden 1935/36 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu mehrjährigen Zuchthausstrafen verurteilt. Der Vorwurf: Sie hatten sich trotz Parteiverbots durch die Nazis weiterhin heimlich getroffen, weiter Partei-Beiträge kassiert und auch Flugblätter […]

Marie Lorenz – verfolgt wegen Abhörens von „Feindsendern“

An diesem Ort erfährt man etwas über den zivilen Ungehorsam: Hier wohnte seit 1937 eine Frau, die 1944 verhaftet wurde „wegen Abhörens ausländischer Sender.“ Am 01.02.1945 wurde Marie Lorenz zu 2 ½ Jahren Zuchthaus verurteilt; am 16.05.1945 wurde sie aus der Haft entlassen.   Literatur: W. Hayatie: 1944 wegen Abhörens von „Feindsendern“ verurteilt. Heute eine […]

Wilhelmine Nickel – eine verfolgte Zeugin Jehovas

Die Zeugen Jehovas – damals nannten sie sich „internationale Bibelforscher-Vereinigung“ (IBV) – wurden bereits in der Weimarer Republik ausgegrenzt. Ab 1933 wurden sie dann vom NS-Regime verfolgt. Die IBV sah sich selbst als unpolitisch an, sie verweigerten den Wehrdienst, lehnten den Hitlergruß ab und enthielten sich von jeglicher Art von Wahlen. Durch die internationale Ausrichtung […]

Zwangsarbeiter in Uetersen

In Uetersen hielten sich von 1939 bis zum Kriegsende bis zu 1.700 Fremdarbeiter[1] (Zivilarbeiter und Kriegsgefangene) auf. Ausländische Zivilarbeiter, die unter Zwang und Gewaltanwendung im Deutschen Reich zur Arbeit eingesetzt wurden, also keinen Einfluss auf die Beendigung oder die Umstände des Arbeitseinsatzes hatten oder durch mangelhafte Versorgung einer erhöhten Sterblichkeitsrate unterlagen, werden als Zwangsarbeiter[2] bezeichnet. […]