Dr. med. vet. Ernst Albers – Ortsgruppenleiter der NSDAP 1929 – 1930

4. November 1929
Kampstraße, Quickborn
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Der Tierarzt Ernst Albers war nach der Gründung der NSDAP-Ortsgruppe Quickborn der erste Ortsgruppenleiter. Sein Beruf als Tierarzt und die damit verbundenen vielfachen Kontakte zur Landbevölkerung prädestinierten ihn als lokalen Führer der NSDAP.

Albers wurde 1891 als Sohn eines Kaufmanns in Tondern geboren. Er hatte vier Geschwister und studierte in Hannover Tiermedizin.1 Im Jahr 1921 eröffnete er in Quickborn eine Tierarztpraxis2 in der Kieler Straße, wo er anfangs mit seiner Frau Julie und seinen zwei Töchtern lebte.3 Am 1. November 1929 wurde Albers mit der Mitglieds-Nr. 166421 in die NSDAP aufgenommen.4 Als wenige Tage später am 4. November 1929 die Nationalsozialisten eine Ortsgruppe in Quickborn gründeten,wurde Albers „Führer“ der lokalen Partei.5 Die Funktion als NSDAP-Ortsgruppenleiter gab er Ende 1931 an Richard Hübener ab, da er nach Elmshorn verzog6 und hier das Amt des Vorsitzenden der Tierärztekammer der Provinz Schleswig-Holstein annahm.7 Im Oktober 1938 zog Ernst Albers mit seiner Familie nach Berlin. Hier übernahm er eine berufliche Funktion in der Reichstierärztekammer8 und praktizierte im Berliner Stadtteil Moabit als Tierarzt.9 Neben seiner Mitgliedschaft in der NSDAP war Albers in der Deutschen Arbeitsfront, der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV), dem Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebund, der NS-Kriegsopferversorgung, dem NS-Altherrenbund und dem NS-Reichskriegerbund. Als überzeugter Nationalsozialist trat auch er aus der Kirche aus und bezeichnete sich fortan als „gottgläubig“.10

Im November 1943 wurde die Familie in Berlin ausgebombt, blieb aber vorerst in der Hauptstadt. Mit dem Heranrücken der Roten Armee siedelten die Albers wieder nach Quickborn über und zog neben Familienangehörigen in der Kampstraße,11 die zeitweise Räume für die Geschäftsstelle der NSV zur Verfügung stellten. Ernst Albers praktizierte nach dem Krieg noch einige Jahre in Quickborn als Tierarzt und starb hier 1979 mit 88 Jahren.12

Fußnoten

  1. Zeitzeugengespräch mit der Tochter Erika Opitz, Hamburg 08.08.2007.
  2. Hühnke, Jürgen: Quickborn anno Domini. Annalen eines Ortes 1323-1996. Quickborn 1997, S. 324.
  3. Zeitzeugengespräch mit der Tochter Erika Opitz, Hamburg 08.08.2007.
  4. Bundesarchiv Berlin (BArch Berlin), BDC A0013.
  5. Schleswig-Holsteinische Tageszeitung, 01.12.1929.
  6. Quickborn-Hasloher Tageblatt, 06.12.1930.
  7. Büro des Oberpräsidiums: Handbuch für die Provinz Schleswig-Holstein 1936. Kiel 1936, S. 284. Nach Auskunft der Tochter ging er in Elmshorn einer beruflichen Tätigkeit beim Fleischbeschauamt nach. Zeitzeugengespräch mit der Tochter Erika Opitz, Hamburg 08.08.2007.
  8. Zeitzeugengespräch mit der Tochter Erika Opitz, Hamburg 08.08.2007.
  9. BArch Berlin, R/9361/I/18.
  10. Ebd.
  11. Landesarchiv Schleswig-Holstein, Abt. 320.12 Nr. 1381.
  12. Zeitzeugengespräch mit der Tochter Erika Opitz, Hamburg 08.08.2007.

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