Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps Horst (NSKK)

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1930 reichsweit als „Nationalsozialistisches Automobilkorps“ (NSAK) gegründet, wurde diese paramilitärische Organisation der NSDAP 1931 in NSKK (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps) umbenannt. Die Aufgaben des NSKK lagen im Bereich der Verkehrserziehung im Umgang mit Kraftfahrzeugen, was besonders Jugendliche anzog. Für den Eintritt ins NSKK waren zunächst weder Führerschein noch Kenntnisse über Kraftfahrzeuge Voraussetzung, wohl aber ein Ariernachweis, das heißt Juden wurden nicht aufgenommen. Auf einer Veranstaltung am 27. Nov. 1933 in Krempe wurde das Horster NSKK – wie überall im Reich – der Motor-SA angeschlossen. In Horst fand das NSKK große Beteiligung. Es sind weder ein Gründungsdatum noch genaue Mitgliederzahlen bekannt, allein am 12. Januar 1935 fuhren 100 Horster NSKK-Mitglieder zu einem Kameradschaftsabend nach Itzehoe. Es gab auch eine Sanitäter-Abteilung. Führer des Horster NSKK war Bürgermeister Heinrich Stamerjohann, eine weitere Führungsrolle hatte der Arzt Dr. Wilhelm Bredahl. Die Mitglieder des Horster NSKK galten im Ort als wenig engagiert für den Nationalsozialismus. Es wird ihnen von älteren Einwohnern bis heute attestiert, sich einer NSDAP-Sektion angeschlossen zu haben, in der von ihnen angeblich wenig politisches Engagement abgefordert wurde. Dies äußert sich in der scherzhaften Interpretation der Abkürzung NSKK: „Nur Säufer, Keine Kämpfer”. Während des Zweiten Weltkriegs war das NSKK maßgeblich an der Deportation jüdischer Menschen in den besetzten Gebieten Osteuropas beteiligt.

Quelle: Horst Lexikon, Horst 2009

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