Getrud Julie Fanny Kroll (1895-1944)

4. November 1944
Breiter Weg 103, Wedel
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Gertrud Julie Fanny Kroll, geb. Schwarzbach, wurde am 9.8.1895 in Schleusingen (Thüringen) geboren. Sie zog mit ihrer Familie nach Wedel, da ihr Vater hier Arbeit fand. Gertrud heiratete am 15.5.1920 Johann Julius August Kroll, einen Tischler. Zusammen bekamen sie zwischen 1920 und 1929 fünf Kinder, drei Mädchen und zwei Jungen, von denen nur vier im Standesamt Wedel registriert sind.

Nach dem vierten Kind, das bereits krank zur Welt kam, wurde sie ermahnt, nicht noch mehr Kinder zu bekommen. Nach der Geburt ihres fünften Kindes, Willi Herbert, am 5.8.1929 bekam sie schwere postnatale Depressionen, was damals als Nervenkrankheit bezeichnet wurde. Nachdem sie versucht haben soll, ihren Sohn zu ersticken, was misslang, da ihr Mann dazwischen ging, wurde sie 1929 in die Landesheilanstalt nach Neustadt in Holstein gebracht. Ihr Mann ließ sich am 23.12.1931 scheiden und heiratete am 14.5.1932 die Haushälterin der Familie, Greta Frenßen, damit diese die Kinder großziehen konnte.

Im September 1941 wurde Getrud Kroll mit anderen weiblichen Patienten aus Neustadt in die Pflege- und Heilanstalt in Landsberg an der Warthe im heutigen Polen gebracht. Dort starb sie am 4.11.1944.

 

Quellen: Kathleen Wöbcke, Schwiegertochter und deren Tochter von ihrem geschiedenen ersten Ehemann Jan Kroll, Sohn von Fanny Kroll; Anke Rannegger, Stadtarchiv Wedel; Jörg Rathjen, Landesarchiv Schleswig-Holstein

 

Projektgruppe Stolpersteine der Gebrüder-Humboldt-Schule Wedel unter Leitung von Sonja Strecker

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