Helene Johannsen (1879-1941/42) – Schlosskamp 31 (Roggenhof 5)

16. Oktober 2018
Schlosskamp 31, Wedel
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Helene Johannsen wurde mit dem Namen Struckmeyer am 7.12.1879 in Wedel geboren. Ihre Eltern besaßen eine Schlachterei und einen noch bekannteren Gasthof in der Mühlenstraße in Wedel. Als sie 18 Jahre alt ist, lernt sie Theodor Johannsen kennen. 1899 heiratet sie den Kolonialwaren-Großhändler, der ab 1915 eine Nährmittelfabrik in der Hafenstraße betrieb. Er war ein Wohltäter der Stadt Wedel, denn er baute die Theodor-Johannsen-Siedlung als Werkswohnungen für die Angestellten seiner Firma.

Helene Johannsen wurde 1908 an einem Frauenleiden operiert. Danach traten sehr plötzlich Anzeichen einer psychischen Störung auf, was dazu führte, dass sie am 21.5.1910 einen Selbstmordversuch in Oevelgönne in der Elbe unternahm. Seitdem lebte sie im Sanatorium Schellhorner Berg bei Preetz. Ihre Krankheit weitete sich zu einer Schizophrenie aus, was dazu führte, dass sie sich apathisch oder aggressiv verhielt und ihre Familie nicht mehr erkannte. 1925 wurde Theodor Johannsen von seiner Frau geschieden.

In den 1930er Jahren befand sich Helene Johannsen in der Heil- und Pflegeanstalt Neustadt. 1931 starb Theodor Johannsen.

In den 1940er Jahren wurde Helene Johannsen in die Pflege- und Heilanstalt Meseritz-Obrawalde, im heutigen West-Polen, verlegt. Wilhelm Ladiges, der Helenes Tochter Hertha geheiratet hatte, kümmerte sich in den letzten Lebensjahren um Helene Johannsen; er besuchte sie regelmäßig und bezahlte nach Theodors Johannsens Tod die Klinikkosten. Er war es dann auch, der 1944 vom Tod seiner Schwiegermutter informiert wurde.

 

Quellen:
Nachfahren (Zeitzeugen): Familie Ladiges
Literatur: Wedeler Stadtgeschichte Bd.8: Beitrag des Wedeler Lehrers und Historikers Dr.Thies Bitterling

 

Projektgruppe Stolpersteine der Gebrüder-Humboldt-Schule Wedel unter der Leitung von Sonja Strecker

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