Straßenumbenennungen im Nationalsozialismus: Hinrich Lohse Straße

Glockenheide, Friedrichsgabe / Norderstedt Schlagwörter , , ,

Mit der Umbenennung der „Schwagerstraße“ in „Hinrich Lohse Straße“ widmeten die Nationalsozialisten in Friedrichsgabe eine Straße ihrem höchsten regionalen Führer. Zu vermuten ist, dass die Umbenennung von dem NSDAP-Ortsgruppenleiter Karl Lührs ausging, der selbst in der Straße ansässig war.1

Hinrich Lohse wurde 1896 als Sohn eines Kleinbauern in Mühlenbarbek bei Itzehoe geboren. Nach der Volksschule besuchte er die Handelsschule und war anschließend Angestellter einer Werft in Hamburg, schließlich bei mehreren Banken tätig. 1920 wirkte er in der Schleswig-Holsteinischen Landespartei mit, schloss sich dann aber bald darauf den Nationalsozialisten an. Adolf Hitler ernannte Lohse 1925 zum NSDAP-Gauleiter von Schleswig-Holstein. Für die nationalsozialistische Partei war er zunächst Stadtverordneter in Altona, ab 1928 Mitglied des Preußischen Landtags und dann Mitglied des Reichstags. Nach der Machtübertragung an die NSDAP übernahm er im März 1933 das Amt des preußischen Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein und hatte damit auf regionaler Ebene sowohl das höchste politische als auch das höchste staatliche Amt inne. 2

Nach der Kapitulation wurde die Straße wieder umbenannt – sie heißt heute „Glockenheide“.

Fußnoten

  1. Die Straßenumbenennung wird in den Jahren zwischen 1935 und 1939 erfolgt sein. In dem Adressbuch 1935/36 ist die Straße noch mit „Schwagerstraße“ aufgeführt (vgl. Verlag A. Beig (Hg.): Adreßbuch für Pinneberg und Umgegend. 1935/36. Pinneberg 1935). In einem Personalbogen von 1939 gibt Karl Lührs als Wohnanschrift die Straße „Hinrich Lohse Straße“ an (Landesarchiv Schleswig-Holstein, Abt. 352 Itzehoe Nr. 538). Der Straßenname ist nicht zu verwechseln mit dem Quickborner Amtsvorsteher und ebenfalls NSDAP-Mitglied Heinrich Lohse.
  2. Vgl. Danker, Uwe: Die drei Leben des Hinrich Lohse, in: Danker, Uwe; Jessen-Klingenberg, Manfred; Rocca, Regina (Hg.): Demokratische Geschichte. Jahrbuch für Schleswig-Holstein – Band 11. Malente 1998, S.105 f.

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