Gedenktafel für den ermordeten KZ-Häftling Josef Tichy

12. April 1945
Kisdorf-Feld 9, Kisdorf

Der Todesmarsch aus dem Polizeigefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel (Kola-Fu) ins
Arbeitserziehungslager Nordmark in Kiel-Hassee im April 1945 ist immer noch ein dunkles
Kapitel deutscher und schleswig-holsteinischer Geschichte.

Mitten durch die Ortschaften und auf den Landstraßen Schleswig-Holsteins wurden wenige
Tage vor Ende des 2. Weltkrieges vom 12. – 15. April 1945 ca. 800 Häftlinge von SS-Leuten
von Hamburg nach Kiel getrieben. Die Inhaftierten, Juden, Oppositionelle, sogenannte
Asoziale und andere, sollten nicht den heranrückenden Alliierten als Zeugen in die Hände
fallen. Auf dem Marsch von einem Ort des Grauens zum anderen sind mehrere Häftlinge vor
Hunger und Erschöpfung zusammengebrochen und von SS-Leuten erschossen worden.

In Kisdorf-Feld wurde am 12.4. 1945 der tschechische Gefangene Josef Tichy erschossen und
im Straßengraben verscharrt. Auf Anordnung der britischen Besatzung in Kisdorf musste er
später wieder ausgegraben und auf dem Kaltenkirchener Friedhof beerdigt werden. Dort ist
heute noch sein Grabstein zu finden.

Am 13. Juni 2019 wurde in Erinnerung an das Verbrechen an dem damaligen Tatort Kisdor-Feld
eine Gedenktafel enthüllt.

aus der Pressemitteilung von Annika Krümmel,
Bildungsreferentin des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes e.V.

 

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