Ewa Dyda arbeitete laut Sterbeeintrag ihres Sohnes Henry auf dem Hof Mohr in Esingen in der Hafenstraße 21. [1]
Ihr Sohn Henry, den sie im Bleekerstift Uetersen entbunden hatte wie alle Zwangsarbeiterinnen aus dem Kreis Pinneberg , starb nach drei Wochen auf dem Esinger Hof in der Nacht vom 11. März 1945 an „Herzschwäche“.
Ewa Dyda ist laut Geburtseintrag ihres Sohnes Henry am 7. August 1916 in Radruz geboren, später erstellte Dokumente nach ihrer Befreiung vermerken den 17. August 1916. Handschriftlich wurde daneben eingetragen: Galizierin. Dieses zunächst unter polnischer Verwaltung stehende Gebiet stand ab September 1939 unter sowjetischer Besatzung, nach dem Überfall des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion im Juni 1941 unter deutscher Besatzung. Im Zuge der deutschen Besatzung ist die damals 25-Jährige als Zwangsarbeiterin 1942 ins Deutsche Reich verschleppt worden. Sie kam in den Kreis Pinneberg.
Aus der nach ihrer Befreiung erfolgten Registrierung im Mai 1946 als Displaced Person geht hervor, dass sie katholisch war, unverheiratet und Bäuerin. Als Sprachkenntnis wurde ukrainisch und polnisch angegeben. Zu dieser Zeit war ihr gewünschtes Ausreiseziel Kanada. Sie galt als staatenlos. [2]
Vier Jahre später, im Jahr 1950, befand sich Ewa Dyda noch immer in Deutschland, zu dieser Zeit mit ihrer 1946 geborenen Tochter im Falkenberg Camp in Hamburg. Aus einem dort für die Ausreise erstellten Dokument geht hervor, dass sie bis zum Alter von 14 Jahren die Volksschule besuchte und dann von 1930 bis 1942 auf dem Bauernhof ihres Vaters gearbeitet hat. Danach wurde sie bis zur Befreiung im Mai 1945 zur Arbeit im Deutschen Reich gezwungen. Hier kam sie nach Tornesch-Esingen. [3]
Zu dieser Zeit war ihr gewünschtes Ausreiseziel Kanada oder Australien. Sie war dabei, englisch zu lernen.
Aus weiteren Dokumenten geht hervor, dass Ewas Eltern zur damaligen Zeit bereits gestorben waren, ein Bruder war von den Russen verschleppt, ein weiterer Bruder lebte in Polen, ohne dass sie Kontakt zu ihm hatte. [4]
Nach sechs Jahren in verschiedenen Lagern konnte Ewa Dyda 1951 mit ihrer Tochter nach Philadelphia in den Bundesstaat Pennsylvania in die USA emigrieren. Die Ausreise erfolgte über das Umsiedlungslager Wentorf und Bremen-Grohn als Schiffspassage im September 1951 [5]
Ewa wurde 1993 als Ewa Rinylo auf dem katholischen ukrainischen Friedhof in Elkins Park im Montgomry County in Pennsylvania beigesetzt. Ihr Ehemann Pawlo (1911–1993) ist im gleichen Jahr verstorben.
Am 5. Juni 2026 wurden für Ewa Dyda und ihren verstorbenen Sohn Henry Stolpersteine in der Hafenstraße 21 verlegt. Die Inschrift für den Stolperstein für Ewa lautet:
BAUERNHOF H. MOHR
HIER LEBTE
EWA DYDA
JG. 1916
POLEN
VERSCHLEPPT ZUR
ZWANGSARBEIT
BEFREIT
Die Patenschaft für den Stein hat der Förderverein Friedhof Tornesch e.V. übernommen.