Bernd Rosemann, Lehrer in Grönland und Rektor der Volksschule Horst

1. April 1934
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Bernd Rosemann stammte aus der Lüneburger Heide, wo sein Vater die Familie als Briefträger und mit einer kleinen Landwirtschaft ernährte. Rosemann besuchte die Volksschule in Maschen, dann die Handelsschule in Harburg und legte im Einjährigen-Institut die Obersekunda-Reifeprüfung ab, um dann das Lehrerseminar in Uelzen zu besuchen. Da er im letzten Kriegsjahr 1918 noch eingezogen worden war, konnte er die Abschlussprüfung erst 1922 ablegen. Die Zeit bis zu seiner ersten Anstellung 1926 in einem Hamburger Privatlyzeum überbrückte er als Werkstudent an der Hamburger Universität, wo er Philosophie, Psychologie, Pädagogik und Musikästhetik studierte. Seinen Lebensunterhalt verdiente er in dieser Zeit u.a. als Hafenarbeiter. 1930 wechselte er an eine Freie Reformschule in Altona. Er engagierte sich in diversen reformorientierten Organisationen wie der Weltjugendliga, dem Pazifistischen Studentenbund, dem Bund der Freien Schulgesellschaften Deutschlands, dem Weltbund für Erneuerung der Erziehung und geriet dadurch wie andere Lehrer seiner Schule in das Visier der Nationalsozialisten. Nach Hausdurchsuchungen und Verhaftung durch Gestapo und SS wurde er 1934 aus politischen Gründen an die einklassige Schule nach Grönland bei Horst versetzt, wo er bis zu seiner Einberufung in den Kriegsdienst 1939 unterrichtete. Bei Einsätzen an der West- und Ostfront wurde er viele Male verwundet und kehrte nach kurzer Gefangenschaft am 19. Sept. 1945 wieder an die Grönländer Schule zurück. Am 1. Juni 1947 wurde er im Austausch mit dem Horster Lehrer Walter Lebrecht an die Horster Volksschule versetzt, wo er gleichzeitig zum kommissarischen Schulleiter ernannt wurde. Da es während der ersten fünf Monate seiner hiesigen Tätigkeit keinen Wohnraum in Horst gab, musste er täglich von Grönland mit dem Fahrrad fahren. Um seine neuen Schüler schneller kennen zu lernen, organisierte er sogleich eine Klassenfahrt in seine Lüneburger Heimat. Schon im Winter 1947/48 gelang es ihm, das Horster Kulturleben wiederzuerwecken. Er gründete einen Kulturring, eine Theatergruppe, einen Männergesangsverein, eine Frauengymnastik- und eine Tanzgruppe. Die Einrichtung der Volkshochschule hatte er bereits 1946 organisiert. Am 1. April 1949 ging Rosemann im Tauschverfahren mit seinem Nachfolger Friedrich van Groningen an die Rendsburger Lornsenschule.

Quelle: Horst Lexikon, Horst 2009

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