Flugzeugabsturz am 12. Mai 1941

12. Mai 1941
Friedrichsgabe / Norderstedt
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Am 8. und 9. Mai 1941 flog die Royal Air Force (RAF) ihren bisher stärksten Einsatz gegen Deutschland. Insgesamt wurden 359 Bomberflugzeuge eingesetzt, von denen 317 Maschinen Angriffe gegen Hamburg und Bremen durchführten.1 Bei einem Einsatz drei Tage später wurde ein Bomber über Friedrichsgabe abgeschossen, der sich auf dem Weg nach Hamburg befand.2 Gegen 1:50 Uhr3 stürzte das Flugzeug beim Dreibeekenweg ab.4 Die gesamte 6-köpfige Besatzung des Großbombers, einer Wellington MK 1C mit der Bezeichnung R1472 BU-R, die am 11. Mai um 22:52 Uhr startete,5 kam hierbei ums Leben.

Es starben die englischen Flieger:

  • der Pilot John Grahame Toplis,
  • der Kopilot Keith Burley (Erkennungsmarke RAF OD 115 2213),
  • der Navigator Arnold W. Gibson sowie
  • Hubert W. J. Barr (Erkennungsmarke RAF RC 759 105),
  • Thomas Webley James (im Alter von 24 Jahren) und
  • Albert Livesey.6

Über Albert Livesey liegen nähere Informationen vor: Er wurde im Mai 1921 in Darwen, Lancashire in England geboren und war eins von neun Kindern der Familie Livesey. Er trat mit 18 Jahren im Oktober 1939 der RAF bei und war, wie ein Großteil der englischen Bomberflieger in Stradishall in Suffok stationiert. Albert Livesey machte 21 Fliegereinsätze über feindlichem Gebiet mit. Bei seinem 22. Einsatz starb er im Alter von 19 Jahren.

Die Mannschaftszusammensetzung der R1472 BU-R blieb bei den Einsätzen unverändert. Am Tag des Absturzes wurde jedoch eine Stunde vor dem Start der Offiziersanwärter Nigel Walker durch Arnold Gibson ausgetauscht. Für Nigel Walker bedeutete dieses das Überleben.7

Die Gefallenen wurden auf dem britischen Kriegsgräberfriedhof in Hamburg-Ohlsdorf bestattet. Albert Livesey findet sich hier unter der Gräberbezeichnung 5A F4-5 auf der Anlage der Commonwealth War Graves Commission. Im April 2011 suchten Familienangehörige aus Großbritanien die Absturzstelle auf, um sich über das damalige Geschehen zu informieren und den Toten zu gedenken.8

Fußnoten

  1. Vgl. Hillgruber, Andreas; Hümmelchen, Gerhard: Chronik des Zweiten Weltkrieges. Kalendarium militärischer und politischer Ereignisse 1939 – 1945. Düsseldorf 1989, S. 72.
  2. Mitteilung Wiliam Livesey 29.06.2015 und 18.09.2015. Nach dem Sterbebuch des Standesamtes Quickborn stürzte das Flugzeug am 09.05.1941 ab. Das Standesamt berief sich hierbei auf eine offenbar ungenaue Angabe des Polizeipräsidiums Hamburg vom 14.05.1941 und des Flugstützpunktes Hamburg-Fuhlsbüttel vom 17.05.1941.
  3. Nach Recherchen von Wiliam Livesey, Mitteilung vom 18.09.2015.
  4. Zeitzeugengespräche mit Werner J., Quickborn 05.06. u. 02.08.2007 und Albin B., Quickborn-Heide, 28.07.2007.
  5. Email William Livesey, 29.06.2015 und 28.09.2015.
  6. QHT, 21.06.1941. Standesamt Quickborn, Sterbebuch. Email William Livesey, 29.06.2015.
  7. Email William Livesey, 29.06.2015.
  8. Schick, Michel: Absturz über Friedrichsgabe, in: Hamburger Abendblatt, Regionalausgabe Norderstedt, April 2011. Ev.-luth. Johannes-Kirchengemeinde Friedrichsgabe (Hg.): Gemeindebrief November 2011-Januar 2012. Norderstedt Nov. 2011, S. 6 f. Email William Livesey, 29.06.2015

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