Flugzeugabsturz am 12. Mai 1941

Die Besatzung des Wellington-Bombers R1472 BU-R, von links nach rechts: Pilot Johnny Toplis, Kopilot Keith Burley, Nigel Walker (zum Zeitpunkt des Absturzes nicht dabei), Hubert Barr, Albert Livesey und Thomas Webley, ca. 1941 (Sammlung: William Livesey)
Albert Livesey, ca. 1940 (Sammlung: William Livesey)
Standesamtliche Mitteilungen im Quickborn-Hasloher Tageblatt, 21.06.1941
Absturzstelle in Friedrichsgabe, 1941 (Sammlung: William Livesey)
Vermisstenmeldung in der Zeitung, Erscheinungsort und -tag unbekannt (Sammlung: Wiliam Livesey)
Das Grab von Albert Livesey auf dem Kriegsgräberfriedhof Hamburg-Ohlsdorf (Sammlung: Albert Livesey)
Die Familienangehörigen William Livesey, Andrew Lindsay und Gavin Lindsay (Neffen der verstorbenen Flieger Albert Livesey und Thomas James) mit dem Zeitzeugen Werner Siemsen an der Absturzstelle im Jahr 2012 (Foto: Sammlung William Livesey)
12. Mai 1941
Friedrichsgabe / Norderstedt

Am 8. und 9. Mai 1941 flog die Royal Air Force (RAF) ihren bisher stärksten Einsatz gegen Deutschland. Insgesamt wurden 359 Bomberflugzeuge eingesetzt, von denen 317 Maschinen Angriffe gegen Hamburg und Bremen durchführten.[1] Bei einem Einsatz drei Tage später wurde ein Bomber über Friedrichsgabe abgeschossen, der sich auf dem Weg nach Hamburg befand.[2] Gegen 1:50 Uhr[3] stürzte das Flugzeug beim Dreibeekenweg ab.[4] Die gesamte 6-köpfige Besatzung des Großbombers, einer Wellington MK 1C mit der Bezeichnung R1472 BU-R, die am 11. Mai um 22:52 Uhr startete,[5] kam hierbei ums Leben.

Es starben die englischen Flieger:

  • der Pilot John Grahame Toplis,
  • der Kopilot Keith Burley (Erkennungsmarke RAF OD 115 2213),
  • der Navigator Arnold W. Gibson sowie
  • Hubert W. J. Barr (Erkennungsmarke RAF RC 759 105),
  • Thomas Webley James (im Alter von 24 Jahren) und
  • Albert Livesey.[6]

Über Albert Livesey liegen nähere Informationen vor: Er wurde im Mai 1921 in Darwen, Lancashire in England geboren und war eins von neun Kindern der Familie Livesey. Er trat mit 18 Jahren im Oktober 1939 der RAF bei und war, wie ein Großteil der englischen Bomberflieger in Stradishall in Suffok stationiert. Albert Livesey machte 21 Fliegereinsätze über feindlichem Gebiet mit. Bei seinem 22. Einsatz starb er im Alter von 19 Jahren.

Die Mannschaftszusammensetzung der R1472 BU-R blieb bei den Einsätzen unverändert. Am Tag des Absturzes wurde jedoch eine Stunde vor dem Start der Offiziersanwärter Nigel Walker durch Arnold Gibson ausgetauscht. Für Nigel Walker bedeutete dieses das Überleben.[7]

Die Gefallenen wurden auf dem britischen Kriegsgräberfriedhof in Hamburg-Ohlsdorf bestattet. Albert Livesey findet sich hier unter der Gräberbezeichnung 5A F4-5 auf der Anlage der Commonwealth War Graves Commission. Im April 2011 suchten Familienangehörige aus Großbritanien die Absturzstelle auf, um sich über das damalige Geschehen zu informieren und den Toten zu gedenken.[8]

Veröffentlicht von Jörg Penning am

Ein Hinweis zu “Flugzeugabsturz am 12. Mai 1941”

  1. Guten Abend!
    Mich interessiert wieviel Flugzeugabstürze im Weltkrieg
    Geschehen sind. Am Herrendeich bei Glückstadt habe ich als kleiner Junge die Bergungsarbeiten eines abgestürzten Jagdflugzeugs beobachtet.

    1. Jörg Penning sagt:

      Guten Tag Herr Wagner,
      wir haben leider keine Übersicht, wieviele Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg abgestürzt sind. Allerdings liegt mir eine Liste vom International Tracing Service vor, in der die im Landkreis Pinneberg im Zweiten Weltkrieg verstorbenen Ausländer verzeichnet sind. Die Angaben in dieser Liste beruhen u.a. auf damalige Mitteilungen der zuständigen Standesämter in Uetersen, Pinneberg, Quickborn, Tangstedt und Wedel. In dieser Liste sind 36 Briten aufgeführt, die im Landkreis Pinneberg in der Zeit von Mai 1941 bis Mai 1945 an neun Tagen starben (zuzüglich ein Brite auf der Insel Helgoland).
      Da im Landkreis keine Bodenkämpfe mit den britischen Streitkräften vorkamen und meines Wissens auch keine britischen Kriegsgefangene hier verstarben, wird es sich bei diesen Briten mit großer Wahrscheinlichkeit um Kampfflieger bzw. Besatzungsmitglieder gehandelt haben, die zumeist auf ihrem Weg nach Hamburg und anderen Städten des Deutschen Reiches über dem Kreisgebiet von den hier stationierten Flaks abgeschossen wurden oder notlandeten.
      Angaben über im Kreis Pinneberg verstorbene Kampfflieger deutscher oder anderer Nationalität liegen mir nicht vor.

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