Zeitzeugenberichte über die Hundestaffel im KZ Neuengamme

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Alexej Ponomarjow, ehemaliger Häftling des KZ Neuengamme:

Ein Häftling versuchte zu fliehen, aber er wurde zurückgeschickt, man legt ihn neben den Pfosten – er wurde von den Hunden zerrissen – richtete auf ihn Scheinwerfer. Wir mußten durch den Appellplatz gehen und auf diesen blutbedeckten Menschen sehen, wenn jemand sich abwandte, so schlugen ihn die SS-Männer mit den Gummiknüppeln, damit alle [zu]sahen. […] Einmal standen wir sehr lange auf dem Appellplatz. Man zählte uns durch. Das Wetter war schlecht, wir waren ganz naß. […] Dann erfuhren wir, daß jemand geflohen ist. Er wurde gesucht. Man konnte ihn aber nicht finden und wir standen mehrere Stunden lang ganz naß, wir wurden wieder in die Blöcke hineingetrieben. Nach einigen Stunden mußten wir wieder aufstehen, man richtete und trieb uns an den Pfosten vorbei, wo etwas lag und worauf die Scheinwerfer gerichtet wurden. Wir sahen, daß dort blutbedeckte Fleischteile lagen. Diesen Häftling haben die Hunde gefunden und zerrissen. So war dieser Fall. Es gab viele Fälle, [in denen] aufgehetzte Hunde Häftlinge zerrissen.“1

Albert van de Poel, ehemaliger Häftling des KZ Neuengamme:

Ein weiterer SS-Mann schlenderte in Begleitung eines auf den Mann dressierten Polizeihundes an den Häftlingen vorbei, ständig bereit, in Ermangelung besserer Aufgaben, den Bluthund auf jeden Unglücklichen loszulassen, der seine Aufmerksamkeit auf irgend etwas anderes richtete als die Zwangsarbeit, die man ihm aufgehalst hatte. Die natürliche Folge davon waren Bißwunden, die selbst dann, wenn sie nicht gleich große Fleischfetzen aus dem Körper rissen, praktisch niemals zuheilten.“2

Fußnoten

  1. KZ-Gedenkstätte Neuengamme: Postenkettenmorde und Hundestaffel. Undatiert, S. 10.
  2. Van de Poel, Albert: Ich sah den Vorhang. Ein Holländer erlebt Neuengamme. Hamburg 1948, S. 25.

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