Veranstaltungen mit dem NSDAP-Kreisleiter und (ab 1929) Reichstagsabgeordneten Ferdinand Schramm in Quickborn

Veröffentlicht von Jörg Penning am

Pinneberger Tageblatt, 12.12.1930:

NSDAP. und die Gemeindevertreterwahl. Die Nationalsozialisten hatten am Mittwoch zu einer öffentlichen Versammlung nach Schmidts Gasthof eingeladen. Die Gründe, die zu dieser Versammlung Anlaß gaben, waren die erfolgte Auflösung der Gemeindevertretung, wobei die Stimmen der Nationalsozialisten den Ausschlag gaben, die bevorstehenden Neuwahlen und allerlei Gerüchte und Versteckte Anklagen gegen die in der bisherigen Gemeindevertretung von den Nationalsozialisten betriebene Kommunalpolitik. Der Saal war gepresst voll. Als erster Redner trat der Gemeindevertreter Kolz (Natsoz.) auf den Plan, der den Nachweis führte, dass nicht die Nationalsozialisten Schuld an der Auflösung der Gemeindevertretung hätten, sondern die nachgewiesenen Verstöße gegen die Wahlordnung. Vorwürfe erhob er gegen die bürgerlichen Gemeindevertreter in Sachen Erwerbslosenfürsorge, insonderheit bei der Einrichtung der Volksküche. Man habe kein Verständnis gezeigt für die Not der Arbeitslosen und ein „Spiel mit dem Feuer“ getrieben. Mit Befriedigung stellt er fest, dass die Einrichtung einer Volksküche gesichert sei … Dann sprach Kreistagsabgeordneter Schramm, Halstenbek. Er wies auf die politische Umstellung hin, die in der letzten Zeit begonnen habe. Eine neue Bewegung, die nationalsozialistische, habe eingesetzt. Warum? Weil die Politik der letzten Jahre sämtliche Berufsstände zur Strecke gebracht habe: die Landwirtschaft, den Hausbesitz, den Mittelstand, die Beamten. Den Weg zu einer neuen, besseren Zukunft zeige nur die NSDAP. Und darum schlage er vor, bei der kommenden Gemeindevertreterwahl eine einheitliche Liste aufzustellen, eine nationalsozialistische. Den Höhepunkt des Abends bildete die Rede des Landtagsabgeordneten Lohse. Auch er empfahl, eine einheitliche Liste aufzustellen. Verkehrt sei es, die Sache der Vertretung nach Berufsständen verteilen zu wollen, Standesinteressen müssten schweigen. Es gäbe zur Zeit keine Klassenprobleme, sondern nur Volksprobleme, denn die Not schreite durch alle Stände. Deshalb könne es bei der bevorstehenden Wahl nur eine Parole geben: Nationalsozialismus! (…)

Pinneberger Tageblatt, 04.11.1931:

Deutscher Abend. Zu einem großen Erfolg und zu einer gewaltigen Kundgebung des Nationalsozialismus gestaltete sich der von der Ortsgruppe Quickborn der NSDAP. am Sonnabend in Schmidts Gasthof veranstaltete „Deutsche Abend“. Etwa 500 begeisterte Anhänger waren in Schmidts Gasthof zusammengekommen und mit Stolz kann die Ortsgruppe Quickborn für sich in Anspruch nehmen, daß es ihr gelungen ist, mit dieser Veranstaltung seit langer Zeit so viele Menschen zusammenzubringen und das Lokal bis auf den letzten Platz zu füllen. Der Abend verlief ohne jegliche Störungen und nahm einen äußerst harmonischen Verlauf. Ein großes Militärkonzert, ausgeführt von der Gau-SA.-Kapelle unter der Leitung des bekannten Kapellenmeisters Suhle, fand aufmerksame Zuhörer und sorgte für eine gehobene Stimmung. Besonders die zu Gehör gebrachten flotten Militärmärsche fanden die Anerkennung der Anwesenden und brachten die Kapelle den verdienten Beifall. Vor der Konzertpause marschierte die Quickborner SA. auf und nach Begrüßung der Anwesenden durch den Ortsgruppenleiter erteilte dieser dem Kreisleiter Herrn Ferd. Schramm – Halstenbek das Wort. In einer kurzen Ansprache wies der Redner auf die große Bedeutung des „Deutschen Abends“ hin. Der Nationalsozialismus zeige den Weg zur deutschen Art zurück. Die deutsche Unart, die seit dem verlorenen Krieg in Deutschland eingekehrt ist, mache heute der viel stärkeren deutschen Art, die sich nicht verleugnen lasse, wieder Platz. Deutsche Unart, deutsche Namen irregeleiteter Führer als Unterschriften auf dem Dawes- und Young-Plan als auch der Kriegsschuldlüge haben Deutschland an den Abgrund gebracht. Lüge um Lüge; deutsche Unart, ist angereiht worden bis zum heutigen Tage und wird zur Katastrophe führen. Aber schon von jeher in der Geschichte haben sich in der größten Not die Völker wieder zusammengefunden. Schon 1920 sind in München 30 Leute gegen die deutsche Unart aufgetreten, jedoch ohne Erfolg. ‚Not lehrt beten‘ und erst größte Not hat die Erkenntnis gebracht, den Wegzur deutschen Art zurück gezeigt. Aus den 30 Nationalsozialisten, die 1920 in München für deutsche Art eingetreten sind, hat sich eine ungeheure unaufhaltbare Welle gebildet, die der deutschen Unart den Rücken zeigt und einer besseren Zukunft entgegengeht. Mit dem gemeinschaftlich gesungenen Deutschlandlied endete die Ansprache. Nach einer kurzen Pause wurde das Konzert fortgesetzt und im Anschluß daran zu deutschem Tanz aufgespielt. Eine abgehaltene Tombola brachte den glücklichen Gewinnern u.a. tadellose Handarbeiten, die von der Frauengruppe zur Verfügung gestellt waren. Für den Tanz blieb eine ganz kleine Fläche des Saales zur Verfügung, da keiner weichen wollte, um den Abend bis zum Schluß auszukosten.

Pinneberger Tageblatt, 26.07.1932:

In einer Werbeanzeige wird auf eine Wahlversammlung der NSDAP-Ortsgruppe Renzel im Lokal „Zum grünen Jäger“ hingewiesen, auf der das Reichstagsmitglied Schramm zu dem Thema „Gebt Hitler die Macht“ sprechen wird.

Quickborn-Hasloher Tageblatt, 23.09.1932:

N.S.D.A.P. Ortsgruppe Quickborn. Eine Mitgliederversammlung der N.S.D.A.P., Ortsgruppe Quickborn, wird am kommenden Sonnabend, abends 8.30 Uhr, im Lokal des Pg. Wilhelm Grabbe, „Zum Sängerheim“, abgehalten. Als Referent wird der Pg. Ferd. Schramm, Halstenbek, M.d.R., über das Thema sprechen: Die letzten Vorgänge im Reichstag und die allgemeine politische Lage. Zu dieser Versammlung, die allgemeines Interesse haben dürfte, sind Gäste willkommen.“

Quickborn-Hasloher Tageblatt, 29.11.1932:

Deutscher Abend. Die Ortsgruppe Quickborn der NSDAP. veranstaltete am Sonnabend im Holsteinischen Hof“ einen Deutschen Abend. Man hatte dazu den Standarten-Musikzug Nr. 163 aus Rendburg verpflichtet. Schon vor Beginn des Konzerts war der festlich geschmückte Saal voll besetzt. Das Publikum, das sich viel versprochen hatte, wurde in seinen Erwartungen nicht getäuscht. Musikdirektor Kruse hatte ein Programm zusammengestelt, das jedem etwas brachte. Eine besonders feine Leistung waren die Fanfarenmärsche. Die tüchtige Kapelle holte sich hierfür einen Sonderapplaus. Im Laufe des Abends, gegen ½ 10 Uhr, marschierte die SA. und SS. Unter den Klängen eines flotten Marsches geschlossen in den Saal und nahm hier Aufstellung. Pg. Ohlweiler begrüßte alle Anwesenden herzlich und erteilte darauf dem Reichstagsabgeordneten Pg. Schramm das Wort. Schramm nahm Stellung zu der augenblicklichen politischen Lage in Deutschland. Er führte u.a. aus, dass auch diesmal wieder die Hoffnung der NSDAP., an die Macht zu kommen, nicht in Erfüllung gehen könne, da die Zeit dazu noch nicht reif sei. Die Meinung Hindenburgs, Hitler könne als Parteiführer den Kanzlerposten nicht übernehmen, sei ungerecht, denn die NSDAP. sei keine Partei, sondern eine Bewegung, in der alle Schichten des Volkes vertreten seien und die nur die Kampfmethode einer Partei angenommen hätte. Wenn Hitler heute nicht Reichskanzler würde, dann sicher nach 4 Monaten. Der Nationalsozialismus sei eine ganz neue Weltanschauung. Es gäbe heute kein Zurück mehr, wenn Deutschland nicht ganz und gar verelenden solle.Darum gelte es durchzuhalten und den Nationalsozialismus immer mehr zu stärken, denn nur unter seiner Führung könne Deutschland wieder gesunden. Mit einem Hoch auf Hitler und unser deutsches Vaterland schloß Schramm seine sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen. Eine interessante Einlage waren die lebenden Bilder: Durch Nacht zum Licht, in dem der Leidensweg des deutschen Reiches von 1914 bis jetzt gezeigt wurde und die mit einer Ehreung Adolf Hitlers schlossen. Erst gegen ½ 1 Uhr war der erste Teil des Abends beendet. Ohlweiler dankte nocheinmal allen denen, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten, vor allem auch den Spendern für die Tombola und eröffnete dann den gemütlichen Teil des Abends, Deutscher Tanz, der die Anwesenden bis in früher Morgenstunde in fröhlichster Stimmung zusammenhielt.

Quickborn-Hasloher Tageblatt, 08.02.1933:

Ortsgruppe Quickborn. In Schmidts Gasthof findet am Mittwoch, den 8. Februar, abends 8.30 Uhr, eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Quickborn der NSDAP statt. In Anbetracht der kommenden Neuwahlen werden an diesem Abend sprechen: Pg. Kreisleiter Ferd. Schramm = Halstenbek, M.d.R., und Pg. Frl. Willer = Lockstedt. Zu dieser Versammlung sind Gäste willkommen.

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