Spurensuche Kreis Pinneberg und Umgebung
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Newsletter 05/2026

Stunde Null? im Stadttheater Elmshorn - Die Rolle der Finanzbehörden in SH zur NS-Zeit - Walter-Damm-Preis zum 30. Mal - Interkulturelle Woche Wedel - Netzwerkstreffen Erinnerungskultur in Quickborn - Gutachten zu Landrat Sachse - Workshop über "Das Ungesagte" - Sonderausstellung "Trugbild Heimat" - Das Kalenderblatt: Vor 90 Jahren Spurensuche im Kreis Pinneberg

Stunde Null? Theater Axensprung am 29. September im Stadttheater Elmshorn

Dienstag, 29. September 2026, 11.30 Uhr und 15:00 Uhr im Stadttheater Elmshorn
Stunde Null? Schauspiel von Oliver Hermann u.a.
“Stunde Null” – ein hochumstrittener Begriff! Wirklich ein Neuanfang oder eher ein Mythos, um verdrängen zu können was war? Die Zeit einer gewaltigen Aufbruchsstimmung und zerrissener Gegenwart zugleich.
Eine Familie durchlebt die chaotischen ersten Nachkriegsjahre, in der die alte Ordnung in Trümmern liegt. Haltungen, Hoffnungen und Wünsche prallen aufeinander. Man versucht, sich irgendwie durchzuschlagen und organisiert abenteuerlich das Nötigste auf dem Schwarzmarkt. Millionen Heimatlose ziehen durchs Land, die Besatzungsmächte geraten zunehmend in Konflikt, die D-Mark kommt, der Kalte Krieg bricht aus. Und aus einem Deutschland werden zwei.
Die Veranstaltung ist als Gruppenveranstaltung beschrieben. Es sind aber noch einzelne Karten für 7 Euro zu haben. Bitte meldet Euch bis zum 15. September direkt bei Guido Nowak, am besten telefonisch (0159 01604277). Hinterlasst bitte eine Sprachnachricht.

Die Rolle der Finanzbehörden in Schleswig-Holstein während der NS-Zeit - Veranstaltung und Bericht

Finanzämter in der NS-Zeit: „Vernichtung durch Bürokratie“

Im Auftrag des Finanzministeriums untersuchten Forscher, welche Rolle die schleswig-holsteinischen Finanzbehörden bei der Entrechtung, Ausbeutung und Deportation von Jüdinnen und Juden sowie von Sinti und Roma spielten. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Beamte auch privat bereicherten.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier
Die Broschüre erhalten Sie hier

Entrechtung und Ausbeutung im staatlichen Auftrag

Mittwoch, 16. September 2026, 19.00 Uhr
Landeshaus Kiel
Schleswig-Holstein-Saal
Düsternbrooker Weg 70
24105 Kiel
Bitte hier anmelden

20. September 11.00 Uhr Bürgerhaus Appen:

Walter-Damm-Preis und Jugendpreis YIPPI

In Einnerung an den ehemaligen Landrat und Sozialminister: Walter Damm war Landtagsabgeordneter und Sozialminister in Schleswig-Holstein und er war auch der erste frei gewählte Landrat des Kreises Pinneberg nach dem Zweiten Weltkrieg.

Zum bereits 30. Mal wird der SPD-Kreisverband Pinneberg den Walter-Damm-Preis verleihen: „Mit dem Preis sollen wieder Menschen, Initiativen, Vereine und Verbände gewürdigt werden, die in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit Beiträge zum sozialen Ausgleich, der gesellschaftlichen Toleranz und Integration leisten oder geleistet haben“. Der Walter-Damm-Preis ist mit 1500 Euro dotiert, die vom SPD-Kreisverband gestiftet werden.

Jugendpreis YIPPI
Auch schon zum mittlerweile dritten Mal wird der Jugendpreis YIPPI (Youth Impact Preis Pinneberg) in Höhe von 500 Euro verliehen: „Dieser Preis wird an einzelne junge Menschen oder an Teams vergeben, die möglichst unter 18 Jahren sind. Die Preisträger des YIPPI sollen sich durch besondere Initiativen und Leistungen auszeichnen. Dazu zählen unter anderen die Unterstützung von Menschen in einer schwierigen sozialen Lage, Bildungsförderung, Gleichstellung, Eintreten gegen Diskriminierung sowie im Natur-, Umwelt – und Klimaschutz. Darüber hinaus sind es auch die Förderung von Freundschaft, Partnerschaft und Frieden in Europa und besondere Vorhaben von Sport, Kultur, Kunst und Wissenschaft“, so die SPD.

Mit dem Walter-Damm-Preis wird in diesem Jahr der Förderverein „Gegen das Vergessen –
Spurensuche im Kreis Pinneberg und Umgebung 1933–1945 e. V.“ ausgezeichnet.


Der „YIPPi“ geht an die Organisatoren des CSD Quickborn (Ronja Schmidt).

Die Preisverleihung findet am Sonntag, dem 20. September 2026 um 11 Uhr, im Rahmen einer
Feierstunde im Appener Bürgerhaus, Hauptstr. 79, 25482 Appen, statt.


Hier finden Sie die Einladung.
Anmeldung bis spätestens 17. September an kv-pinneberg@spd.de.

30. September 19.00 Uhr - Interkulturelle Woche in Wedel:

Film und Gespräch

im Rahmen der Interkulturellen Woche laden die OMAS GEGEN RECHTS Wedel zu einer Filmvorführung des Dokumentarfilms „Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes" ein.
Der Film beleuchtet die Folgen der europäischen Abschottungspolitik und setzt sich mit der Frage auseinander, welche Auswirkungen Grenzschließungen und verschärfte Migrationspolitik auf Menschen haben, die Schutz und eine Perspektive suchen. Dabei wirft die Dokumentation einen kritischen Blick auf die Rolle Deutschlands und Europas in einer Zeit zunehmender Abschottung.
Im Anschluss an die Vorführung besteht die Möglichkeit zum gemeinsamen Gespräch und Austausch.

Termin: Mittwoch, 30. September 2026, 19 Uhr
Ort: Stadtteilzentrum Mittendrin, Wedel
Eintritt: frei – Spenden für die Filmemacher sind willkommen

Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, die sich mit den Themen Migration, Menschenrechte und gesellschaftlicher Zusammenhalt auseinandersetzen möchten.
OMAS GEGEN RECHTS Wedel freuen sich auf einen offenen und respektvollen Austausch.

Netzwerktreffen Erinnerungskultur im Henri-Goldstein-Haus Quickborn - regelmäßige Öffnungszeiten

Das Netzwerktreffen Erinnerungskultur im Kreis Pinneberg fand Ende August in der Gedenkstätte Henri-Goldstein-Haus in Quickborn statt. Nach einem Rundgang und Informationen zur Geschichte und dem gegenwärtigen Stand sowie zukunftiger Ziele der Gedenkstätte fand ein reger Austausch über weitere Vorhaben zur Erinnerungskultur im Kreis Pinneberg statt.
Hier finden Sie einen virtuellen Rundgang durch das Henri-Goldstein-Haus.



Die Gedenkstätte ist jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.

Gutachten: Landrat Udo Sachse und seine NS-Vergangenheit

Das Netzwerktreffen Erinnerungskultur im Kreis Pinneberg fand Ende August in der Gedenkstätte Henri-Goldstein-Haus in Quickborn statt. Nach einem Rundgang und Informationen zur Geschichte und dem gegenwärtigen Stand sowie zukunftiger Ziele der Gedenkstätte fand ein reger Austausch über weitere Vorhaben zur Erinnerungskultur im Kreis Pinneberg statt.

Die Gedenkstätte ist jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet

Der Kreis Pinneberg blickt kritisch auf die Geschichte seiner eigenen Verwaltung. Im Zuge der wissenschaftlichen Untersuchung zur NS-Vergangenheit des ehemaligen Landrats Johann Justus Duvigneau im vergangenen Jahr hatten sich auch Hinweise auf eine Belastung der politischen Biografie von Dr. Udo Sachse ergeben, der von 1962 bis 1973 Landrat des Kreises Pinneberg gewesen ist. Der Kreis hat diese Hinweise zum Anlass genommen, ein wissenschaftliches Gutachten in Auftrag zu geben, dessen Ergebnisse nun vorliegen.

Das Gutachten finden Sie hier

Workshop über "DAS UNGESAGTE" - Ein Film über das Schweigen in der Familie nach den Gräueln der NS-Herrschaft

28.10. 9.30 - 17.00 Uhr Die Pumpe e.V., Haßstraße 22, 24103 Kiel
Die individuellen Erfahrungen der NS-Gewaltherrschaft, die unterschiedlichen Formen persönlicher Eingebundenheit in totalitäre Strukturen und die Beteiligung an Verbrechen bis hin zu Mord – all das hat in den innerfamiliären Gesprächen der Nachkriegszeit kaum eine Rolle gespielt; diese Geschichten wurden aktiv verdrängt und beschwiegen.
Wenn es für diese Erkenntnisse tatsächlich noch eines weiteren Beweises bedarf, dann spiegelt sich der in den Erfahrungen, die viele Menschen in den letzten Monaten mit den vom US-Nationalarchiv veröffentlichten NSDAP- Mitgliederdateien gemacht haben.

Die Filmemacher:innen Patricia Hector und Lothar Herzog haben sich mit diesem Phänomen auseinandergesetzt. Herausgekommen ist ein sehr sehenswerter Dokumentarfilm, der mit dem Mittel des Zeitzeugeninterviews arbeitet und damit einen authentischen Weg auch zu neuen Fragen eröffnet.

Um den Film „Das Ungesagte“ wird es in unserem Workshop gehen. Wir wollen diskutieren, welche Bedeutung das familiäre Beschweigen in den Nachkriegsjahren heute hat, welche Möglichkeiten Filme in diesem Kontext bieten können und wie mit diesem Film in der historisch-politischen Bildung gearbeitet werden kann.

Zur Einladung und Anmeldung kommen Sie hier

Sonderausstellung "Trugbild Heimat? NS-Kulturschaffende nach 1945" im Freilichtmuseum am Kiekeberg

Gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt Süderelbe und dem Kreisarchiv des Landkreises Harburg beleuchtet das Freilichtmuseum am Kiekeberg kritisch die Biografien zweier regionaler Kulturschaffender, die den Nationalsozialismus unterstützten und ihre Ideologie auch nach 1945 weitertrugen. Anhand von Gemälden, Dokumenten und Medienstationen zeigt die Ausstellung, wie der Maler Heinrich Ludwig Meyer-Helm und der Heimatforscher Wilhelm Marquardt trotz ihrer NS-Vergangenheit nach 1945 gesellschaftliche und kulturelle Anerkennung fanden. Die Ausstellung lädt dazu ein, den Umgang mit der regionalen Vergangenheit und den Nachwirkungen des Nationalsozialismus zu hinterfragen.
Mit der Sonderausstellung setzt das Freilichtmuseum am Kiekeberg seine Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte im Landkreis Harburg fort. Trugbild Heimat | Ausstellungen | Freilichtmuseum am Kiekeberg

In der TAZ (19.8.2026) gibt es ein Interview mit dem Wissenschaftlichen Mitarbeiter: Kulturschaffende im Nationalsozialismus: „Gräueltaten wurden durch regionale Unterstützer möglich“ | taz.de

Das Kalenderblatt: Vor 90 Jahren Spurensuche im Kreis Pinneberg

Mit den Olympischen Spielen im eigenen Land wollten die Nationalsozialisten Deutschland als friedliebende Nation darstellen. Hitlers tatsächliche Absichten wie die Kriegsaufrüstung oder die Verfolgung von Jüdinnen, Juden und anderer Gruppen sollten während der Wettbewerbe verschleiert werden. Aufrufe aus dem In- und Ausland forderten den Boykott der Spiele.

Was geschah im Jahr 1936 im Kreis Pinneberg. Einzelne ausgewählte Spuren auf unserer Seite geben Auskunft:

Politische Verfolgung in Uetersen: Victor Andersen Sozialdemokrat und Mitglied des Recihsbanners: Nach der Ver­ur­tei­lung kam er zu­nächst ins Zucht­haus Rends­burg, dann wie­der nach Ham­burg, wo er 13 Wo­chen in Ein­zel­haft ein­ge­sperrt war, dann wie­der nach Rends­burg, wo er in der Wä­sche­rei ar­bei­te­te. Die Fa­mi­lie wuss­te zeit­wei­se nicht, wo er sich auf­hielt und durf­te ihm von April bis Sep­tem­ber 1936 nur ei­nen Brief pro Mo­nat schrei­ben – ins Straf­la­ger VII, Es­ter­we­gen, im Ems­land. Dort muss­ten die Häft­lin­ge Torf ste­chen, das Land ent­wäs­sern und Stra­ßen an­le­gen. In ei­nem be­nach­bar­ten La­ger ent­stand das „Lied von den Moor­sol­da­ten“. Hier geht es zur Spur

Die Offenbornprozesse: An­fang 1936 be­gin­nen in Ham­burg die “Of­fen­born-Pro­zes­se”, be­nannt nach dem Elms­hor­ner KPD-Funk­tio­när Jo­han­nes Of­fen­born. Wer von den im Rah­men der Ver­haf­tungs­wel­le Ver­schlepp­ten nicht be­reits von den NS-Scher­gen um­ge­bracht wur­de, er­hält vor die­sem Ge­richt zu­meist hohe Haft­stra­fen. Sowie Heinrich Kasntning. Hier geht es zur Spur

Zwangssterilisation in Horst: Im Rah­men des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen „Ge­set­zes zur Ver­hü­tung erb­kran­ken Nach­wuch­ses” wur­den zwi­schen 1933 und 1945 Tau­sen­de von ver­meint­lich „erb­kran­ken” Men­schen in Deutsch­land zwangs­ste­ri­li­siert. Da­von wa­ren auch min­des­tens drei Hors­ter Ein­woh­ner be­trof­fen. Ein her­aus­ra­gen­des Bei­spiel ist die Zwangs­ste­ri­li­sie­rung ei­ner Hors­ter Mut­ter von sie­ben Kin­dern, die als Zwei­jäh­ri­ge bei ei­nem Ver­kehrs­un­fall ein Auge ver­lo­ren hat­te und 1936 vom Amts­arzt als „schwach­sin­nig” dia­gnos­ti­ziert wur­de. Hier geht es zur Spur

Spanischer Bürgerkrieg - Teilnehmer aus Elmshorn: Zwei Mit­glie­der der In­ter­na­tio­na­len Bri­ga­den im Spa­ni­schen Bür­ger­krieg wa­ren die bei­den Elms­hor­ner Emil See­mann und Lud­wig Otto. Sie mach­ten sich be­reits im Jah­re 1936 auf den Weg nach Spa­ni­en, um ge­gen die Trup­pen Ge­ne­ral Fran­cos zu kämp­fen. Hier geht es zur Spur

"Kraft durch Freude", die Deutsche Arbeitsfront in Quickborn: Für die Dorf­ge­mein­schaft in Quick­born-Ren­zel or­ga­ni­sier­te die KdF im Au­gust 1936 eine Fahrt in die Hol­stei­ni­sche Schweiz. Be­liebt wa­ren auch die „Fei­er­abend­ver­an­stal­tun­gen“ der KdF-Thea­ter­grup­pe „Quick­bor­ner Speel­de­el“, an de­nen bis zu 500 Be­su­cher teil­nah­men. Dies al­les wa­ren Ak­ti­vi­tä­ten, die die po­li­ti­sche Loya­li­tät zum na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Staat fes­ti­gen soll­ten. Hier geht es zur Spur

Schulunterricht in Elmshorn: Die NS-Ideo­lo­gie wirk­te sich nicht nur auf Un­ter­richts­ge­stal­tung und Cur­ri­cu­la, son­dern auch auf die kon­zep­tio­nel­le Ge­stal­tung der Ab­itur­the­men an der Bis­marck­schu­le aus. An­hand von vier Ge­dich­ten des Ly­ri­kers Ste­fan Ge­or­ge soll­ten sich die Ab­itu­ri­en­ten 1936 in Ih­rer Deutsch­ar­beit zum „Füh­rer­tum“ äu­ßern, selbst­ver­ständ­lich in der Les­art der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten, wäh­rend 1931 noch die kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit ei­ner No­vel­le von Ste­fan Zweig im Mit­tel­punkt ge­stan­den hat­te. Hier geht es zur Spur

Quickborn - Für einen Witz vor das Sondergericht: We­gen ei­ner scherz­haf­ten Äuße­rung muss­te der Landwirt Rudolf Schlüter sich am 20. Ja­nu­ar 1936 vor dem Son­der­ge­richt Schles­wig-Hol­stein in Al­to­na recht­fer­ti­gen. An­ge­klagt wur­de er we­gen Ver­ge­hen ge­gen das „Ge­setz ge­gen heim­tü­cki­sche An­grif­fe auf Staat und Par­tei und zum Schutz der Par­tei­uni­for­men“ (kurz: „Heim­tü­cke­ge­setz“), das kri­ti­sche Äuße­run­gen ge­gen­über der Reichs­re­gie­rung, der NS­DAP und de­ren Ne­ben­or­ga­ni­sa­tio­nen un­ter Stra­fe stell­te. Hier geht es zur Spur

Mitmachen - engagieren - erinnern

Sie interessieren sich für die lokale und regionale Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus und die Erinnerungskultur im Kreis Pinneberg? Dann kommen Sie zu unserem nächsten Treffen:
Dienstag, den 06. Oktober 2026 um 19.00 Uhr im Konferenzraum der Beruflichen Schule, An der Berufsschule 1 in Pinneberg. Eine Einladung erfolgt rechtzeitig unter Aktuelles
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