Spurensuche Kreis Pinneberg und Umgebung
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Newsletter 02/2026

Paul-Warnecke-Gedenkveranstaltung in Quickborn + Forschungsarbeit zur "NS-Bürgermeistergalerie" in Pinneberg online + Curiohaus-Nachkriegsprozesse in Hamburg + Elmshorn - Putzen Gegen das Vergessen + Öffentliche Führung zum jüdischen Friedhof + Frauengeschichtswerkstatt Elmshorn: Film mit Marianne Wilke +

Pinneberg: Axensprungtheater - Weimar die erhitzte Republik +

Heimatverband zur Geschichte von Kölln-Reisiek + Newsletter Henri-Goldstein-Haus + Initiative 8. Mai + Buchneuerscheinung zum Kolonialismus

Gedenken an Paul Warnecke am 4. März -

"Erinnerung ist Widerstand!"

Am 4. März beteiligten sich ca. 40 Menschen in Quickborn an der Gedenkveranstaltung zu dem ersten Mordopfer im Kreis Pinneberg während des Faschismus, dem 19-jährigen Kommunisten Paul Warnecke. Auf der von den Grünen angemeldeten Veranstaltung begann die Kreistagsabgeordnete Sabine Schäfer-Maniezki mit dem Hinweis des Kreistags, das Wirken der Landräte im Kreis Pinneberg während der NS-Zeit aufarbeiten zu wollen. Der heutige Gedenktag sei nicht nur ein Tag zu trauern, es sei vor allem ein Tag, um ein Zeichen für die Gegenwart zu setzen: Nie wieder darf sich dieses wiederholen.
Anschließend ordnete Jörg Penning, Förderverein Gegen das Vergessen - Spurensuche im Kreis Pinneberg und Umgebung e.V., den Tod von Paul Warnecke in das zeitgeschichtliche Geschehen ein und verwies auf die lange Zeit, die erst verstreichen musste, bis in Quickborn öffentlich an Paul Warnecke gedacht werden konnte. Mit Blick auf Pinneberg regte er an, auch in Quickborn die Biografien der Bürgermeister aufzuarbeiten (hier ist die gesamte Rede).
Hierauf mahnte Frau Natalie Schulz, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Quickborn, in einem eindringlichen Redebeitrag, in dem der Tod von Paul Warnecke uns heute dazu anspornen muss, intoleranten und antifeministischen Haltungen entschlossen entgegenzutreten, denn "Erinnerung ist Widerstand" (hier ist die gesamte Rede).
Luca Moriconi von den Quickborner Grünen appellierte daran, eine klare Haltung gegen rechte Parteien zu zeigen und rote Linien gegen die AfD einzuhalten. An die Anwesenden sprach er: "Lasst uns wachsam sein. Lasst uns mutig sein. Denn eines ist klar: Demokratie verteidigt sich nicht von selbst." (Hier ist die gesamte Rede)
Spontan machte Elke Schreiber, Vorstand der AWO Quickborn, auf ihre vor einem Jahr verstorbene Vorgängerin Christa Abendroth aufmerksam. Diese war verwandt mir Paul Warnecke. Der AWO ist es daher wichtig gewesen, in den letzten Jahren an dieser Stelle an das NS-Opfer zu gedenken.

Pinneberg - Forschungsarbeit zur "NS-Bürgermeistergalerie" von Uwe Danker jetzt online

Die Forschungsarbeit von Prof. Dr. Uwe Danker: "„Eine „Nazi-Galerie“? Drei Pinneberger Bürgermeister und der Nationalsozialismus. Heinrich Backhaus (1888–1943), Karl Coors (1896–1958) und Henry Glissmann (1898–1966)" ist mit freundlicher Genehmigung des Autors jetzt auf unserer Website online verfügbar. Sie wurde in "Demokratische Geschichte. Jahrbuch für Schleswig-Holstein", Band 34. 2025 auf den Seiten 278 - 325 bereits veröffentlicht.
Der Aufsatz kann hier gelesen werden und ist in der Rubrik "Selbst forschen" unter lokal- und landesgeschichtlicher Literatur archiviert.

Hamburg - Die Curio-Haus Nachkriegsprozesse

In Hamburg finden auch dieses Jahr wieder zahlreiche Veranstaltungen zu den Jahrestagen rund um das Kriegsende statt. Die GEW Hamburg nimmt den 80. Jahrestag der Guriohaus-Prozesse gegen die NS-Täter (ab 1946) zum Anlass eine größere Veranstaltungsreihe durchzuführen, die gerade begonnen hat. Außerdem wird die 2017 von der Gedenkstätte Neuengamme erstellte Wanderausstellung "Die Hamburger Curiohaus-Prozesse. NS-Kriegsverbrechen vor britischen Militärgerichten" für kurze Zeit präsentiert werden. Den Veranstaltungsflyer können Sie hier einsehen.

Einen Bericht im Hamburger Abendblatt finden Sie hier.
Lesen Sie hier auch den NDR-Bericht: "Täter des KZ Neuengamme vor Gericht: Prozesse gegen Reuelose"

Elmshorn - Putzen Gegen das Vergessen -

eine besondere Stadtführung

Beginn: Sa., 21.03.2026 Industriemuseum Elmshorn
Dauer 14:00 - 17:00 Uhr

Mitzubringen: wetterfeste Kleidung
Die Aktion Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig in Elmshorn: An diesem Tag liegt der Fokus auf der Geschichte. Wir erinnern an Verfolgung und Widerstand gegen die NS-Diktatur, an die jüngere Geschichte und Gegenwart zivilgesellschaftlichen Engagements gegen Rassismus und Neonazismus. Durch die gemeinsame „Aktion Putzen im Norden“ werden in ganz Schleswig-Holstein von April bis Mai auch in diesem Jahr wieder viele Stolpersteine zum Glänzen und diese Form der Erinnerungskultur Mitmenschen näher gebracht. Ihr seid herzlich eingeladen mit uns die im Stadtgebiet in den Gehwegen liegenden kleinen Messingplatten zu reinigen & sichtbarer machen. Im Industriemuseum Elmshorn wartet eine kleine Stärkung auf alle Teilnehmenden, Mit der App des Landesbeauftragten für politische Bildung „Stolpersteine SH“ werden wir anschließend eine virtuelle Kerze am Gedenkort aufstellen. Reinigungsmittel werden gestellt. Wer möchte, kann gerne mit dem Fahrrad kommen. Es wird dann vor Ort entschieden, ob die Strecke zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet wird. Dies ist ein Kooperationsangebot der Familienbildungsstättte mit der "Arbeitsgemeinschaft gegen das Vergessen" und dem Industriemuseum Elmshorn. Mit dieser Mitmachaktion beteiligen wir uns an den internationalen Wochen gegen Rassismus des Elmshorner Bündnis für Toleranz & Vielfalt gegen Rassismus.

Öffentliche Führung durch den jüdischen Friedhof in Elmshorn

Datum: 22.03.2026
Uhrzeit: 15:00 Uhr

Das Industriemuseum bietet im Rahmen der antirassistischen Wochen eine öffentliche Führung durch den jüdischen Friedhof in Elmshorn an.
Der jüdische Friedhof existiert seit über 300 Jahren, erhalten sind rund 130 Grabsteine. 1939 fand hier die letzte Beerdigung statt. Friedhof und Halle sind die einzigen verbliebenen Zeugnisse der ehemaligen jüdischen Gemeinde Elmshorns. Kommen Sie mit auf eine Reise durch ... Mehr

    Elmshorn 25. März 19.00 Uhr - Frauengeschichtswerkstatt zeigt Film mit und über Marianne Wilke

    Die Frauengeschichtswerkstatt Elmshorn zeigt am Mittwoch, 25. März 2026 den Film "Einmal und nie wieder! mit und über Marianne Wilke" mit anschließender Diskussion (Ulrike Gay von der Frauengeschichtswerkstatt Elmshorn und vom Medienpädagogik Zentrum Hamburg e.V., Rudi Arendt vom "Förderverein Spurensuche Kreis Pinneberg e.V " und Dr. Jürgen Brüggemann, VVN/BdA Elmshorn). Der Dokumentarfilm vom VVN-BdA SH e.V. wird im Industriemuseum Elmshorn kostenfrei gezeigt, Beginn: 19:00 Uhr.
    "Einmal und nie wieder" ist ein Dokumentarfilm mit und über Marianne Wilke (1929-2023). Sie war
    Zeitzeugin der Kriegs- und Nachkriegszeit. Der Zuschauer wird mitgenommen auf eine Zeitreise mit Marianne Wilke.
    Erstes Reiseziel ist ihre Kindheit und Jugend in der Zeit des Faschismus, die sie als sogenannte „Halbjüdin“ in Hamburg mit allen bekannten Repressalien erlebte. Zweites Reiseziel ist die Nachkriegszeit, die sogenannte Stunde Null, in der sie „zivilen Ungehorsam“ leistete, indem sie sich an der Besetzung Helgolands beteiligte.
    Drittes Reiseziel ist Marianne Wilkes Engagement u. a. für Frieden, für eine Aufarbeitung der Zeit des Faschismus, für Entschädigungszahlungen für ZwangsarbeiterInnen, für die Anerkennung der Sinti und Roma als Minderheit in SH.
    Die Reise beginnt mit dem Zitat der Musikgruppe „Die Ärzte“: „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär’ nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“
    Drei Zeitzeuginnen: Esther Bejerano, Peggy Parnass und Marianne Wilke im Jahr 2013 auf dem Wasserturmfest der DKP in Elmshorn. Jens Wilke, Sohn von Marianne und Kreisvorsitzenden der VVN/BdA: "Diese drei großen Frauen des Antifaschismus fehlen uns heute sehr!" Foto: Jens Wilke
    Lesen Sie hier auch den Aufsatz: "Ende der Zeitzeugenschaft? Ein Dokumentarfilm mit und über Marianne Wilke (1929-2023), Zeitzeugin der Kriegs- und Nachkriegszeit" abgedruckt in: Heimatkundliches Jahrbuch für den Kreis Pinneberg 2026.

    Pinneberg - Theater Axensprung "GIER - Weimar die erhitzte Republik": am 24. März um 13.00 Uhr in der Christuskirche

    Hier findet Ihr die Einladung der Mahnmal-Initiative/Denkort am Bahnhof zur Theateraufführung des Axensprungtheaters zur Weiterleitung an alle!

    Angesprochen werden primär Schüler*innen der Beruflichen Schule in Pinneberg sowie aller weiterführenden Schulen in Pinneberg. Die Veranstaltung ist aber auch offen für alle anderen Interessierten gegen eine Spende! Der Erfolg dieser Veranstaltung macht den Weg frei für weitere Projekte dieser Art!

    HERZLICHE EINLADUNG!
    Guido Nowak für die Mahnmal-Initiative

    Zur Seite des Axensprung-Theaters kommen Sie hier

    Heimatverband zur Geschichte von Kölln-Reisiek

    Moin zusammen!
    wir veranstalten, zusammen mit der Gemeinde Kölln-Reisiek. einen Vortrag

    Was erwartet Sie?
    Kölln-Reisiek ist eine Gemeinde, die in den letzten Jahren sehr gewachsen ist und mittlerweile etwa 3500 Einwohner zählt. Wohngebiete, aber auch Gewerbe, Landwirtschaft und Infrastruktur prägen den Ort, der sich noch immer als Dorf versteht.
    Vor 150 Jahren war Kölln-Reisiek noch ein reines Bauerndorf mit etwa 20 Gehöften. Doch die Geschichte des Ortes reicht viel weiter zurück. So sind Objekte aus der Steinzeit im Ort gefunden worden, die etwa 4000 Jahre alt sind. Auch die Bronzezeit und das waldreiche Mittelalter und der Ausbau der Agrarwirtschaft haben im Dorf Spuren hinterlassen. Spannend ist ein Blick in die bewegte politische Geschichte des Ortes im 20. Jahrhundert mit NS-Diktatur, Krieg und Nachkriegszeit. Von großer Bedeutung für Kölln-Reisiek war auch die Baumschulwirtschaft, die von hier überregional ausstrahlte.
    Die Streifzüge durch die Ortsgeschichte berühren diese und weitere Themen.
    Referent dieses Vortrags mit Bildern und Karten ist Rainer Adomat vom Heimatverband für den Kreis Pinneberg von 1961 e.V..
    Er wird eine ganze Reihe bisher nicht präsentierter Quellen und Fotos aus Privatem Besitz zeigen.
    Geben Sie diesen Termin hinweis sehr gern weiter.
    Mit besten Grüßen
    Uwe Schwarzenberger
    Kassenwart
    Heimatverband für den Kreis Pinneberg von 1961 e.V.
    https://heimatverband-kreis-pinneberg.de/

    27. März 15.00 Uhr Videokonferenz: Austausch über Ideen zur Gestaltung des diesjährigen Gedenktages

    Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen, liebe Mitstreiter*innen,
    am 8. Mai 2026 jährt sich zum 81. Mal das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zusammen mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und der Niederlage Nazi-Deutschlands, dem Zusammenbruch des "Dritten Reichs" und der Befreiung der überlebenden Verfolgten. Der Initiativkreis Gedenktag 8. Mai in Schleswig-Holstein lädt deshalb zum zweiten Austausch über Ideen zur Gestaltung des diesjährigen Gedenktages ein, und zwar im Rahmen einer Videokonferenz am Freitag, 27. März, 15:00 Uhr. Mit diesem Link kommen alle rein: https://us02web.zoom.us/j/89302618148?pwd=zQud6fG3U7a7XDVnHvJbbzBGzcGG5f.1.
    Falls darüber hinaus erforderlich:
    Meeting-ID: 893 0261 8148
    Kenncode: 403260
    Wir freuen uns über eine breite Beteiligung. Wer an dem Termin nicht dabei sein kann, möge uns bitte im Vorfeld ggf. über bereits geplante Veranstaltungen informieren.
    Zu unserer Terminplanung: Wir wollen spätestens in der Woche nach Ostern mit dem diesjährigen Veranstaltungsprogramm an die Öffentlichkeit gehen. Deshalb benötigen wir die Veranstaltungsankündigungen möglichst bald, spätestens am Montag, 30. März.
    Für Veranstaltungsankündigungen zur Einstellung auf der Website des Initiativkreises bitten wir darum, ausschließlich die hier beigefügte Vorlage zu verwenden und an Raimo Alsen (admin@achter-mai-sh.de) und in CC an mich (info@achter-mai-sh.de) senden.
    Bei den Veranstaltungen rund um den 8. Mai wären wir zudem dankbar, wenn alle unsere Kooperationspartner*innen auch das Logo des Initiativkreises für die eigene Website, Veranstaltungsflyer etc. verwenden würden. Die entsprechende Datei steht auf unserer Website frei zum Download.
    Bitte leiten Sie diese Mail gerne auch an Interessierte weiter. Und falls Sie nicht mehr in diesem Verteiler geführt werden wollen, wäre ich für eine kurze Nachricht dankbar.
    Mit besten Grüßen
    Harald Schmid

    Newsletter Henri-Goldstein-Haus

    Den Newsletter des Heinri-Goldstein-Hauses können Sie hier lesen.

    Neuerscheinung - Buch zu Kolonialismus

    Elitenkontinuität und Politik in der Dritten Welt. Die Beziehungen von Deutschem Reich und Bundesrepublik Deutschland mit Iran, China/Taiwan und Südafrika (von 1933 bis zum Beginn der 1980er Jahre) Band 3 von Harald Möller

    ISBN 978-3-8325-5905-2
    676 Seiten, Erscheinungsjahr: 2025
    Preis: 59.50 €
    "Oben" in wichtigen Institutionen und Organisationen der jungen Bundesrepublik saßen Männer (keine Frauen), die zu einem hohen Prozentsatz bereits im NS-System "oben" gesessen hatten, in den zweiten, dritten und vierten Reihen der Entscheidungsträger. Was ergab sich aus dieser Elitenkontinuität für die Politik?
    Diese Frage wird anhand der Beziehungen von Deutschem Reich und Bundesrepublik mit drei Ländern des globalen Südens analysiert — nämlich China/Taiwan, Iran und Südafrika. Gezeigt wird, dass es zwar einen Bruch mit dem imperialen Größenwahn, dem Rassismus und den Kolonialphantasien des NS-Systems gegeben hat. Nachwirkungen der früher verfolgten Politiken lassen sich jedoch auch zeigen. So gab es zeitweilig eine geheime Ausbildungshilfe für das taiwanesische Militär. Außerdem wurde gegenüber der Apartheidpolitik der Südafrikanischen Union, die ein ausgesprochen rassistisches Projekt verfolgte, anfangs eine begünstigende Position bezogen, die im Grunde auf indirekte Unterstützung des Apartheidregimes hinauslief. Schließlich wurde im Iran v.a. ab dem Beginn der 1960er Jahre das Kaiserlich-Iranische Arsenal mit deutscher Hilfestellung ausgebaut. Dort wurden die Hauptschützenwaffen der Bundeswehr in Lizenz nachgebaut. Eingesetzt wurden diese Waffen dann v.a. im Krieg Irak-Iran zwischen 1980-1988.
    Diese Beispiele zeigen, dass es trotz eines Bruchs mit dem imperialen Größenwahn des Nationalsozialismus auch Nachwirkungen gegeben hat, die in diesem Band der Serie intensiver anhand von Originaldokumenten und weiterer Ausarbeitungen vorgestellt werden.

    Mitmachen - engagieren - erinnern

    Sie interessieren sich für die lokale und regionale Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus und die Erinnerungskultur im Kreis Pinneberg? Dann kommen Sie zu unserem nächsten Treffen:
    Donnerstag, den 23. April 2026 im Konferenzraum der Beruflichen Schule, An der Berufsschule 1 in Pinneberg. Eine Einladung erfolgt rechtzeitig
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