Spurensuche Kreis Pinneberg und Umgebung

Newsletter 05/2025

Veranstaltungen - Ehrung - Neue Literatur - Ausstellungen - Beiträge zur Regionalgeschichte

Falls Bilder nicht angezeigt werden, bitte Browsereinstellung überprüfen.

03. November 18.30 bis 20.00 Uhr: Evangelische Stiftung Alsterdorf Kirche St. Nicolaus, Hamburg

Menschen jüdischer Religionszughörigkeit oder als jüdisch gelesene Menschen lebten in allen sozialen Schichten der Gesellschaft, auch in ihren Randbereichen, wie den geschlossenen Anstalten für psychisch Kranke oder geistig Behinderte. Anfang des Jahres 1938 lebten in den Alsterdorfer Anstalten 1.561 Menschen mit Behinderung. 26 von ihnen wurden aufgrund ihrer familiären Herkunft als „jüdisch“ oder „mosaisch“ rassifiziert. Sie waren die ersten von insgesamt 630 Alsterdorfer Anstaltsbewohnerinnen und Bewohner, die im Zuge der NS-Patientenmorde in Tötungsanstalten verlegt und später ermordet wurden. Die Aussonderung jüdischen Anstaltsbewohnerinnen und Bewohner begann bereits im Sommer 1937 – durch Initiative des damaligen Direktors der Alsterdorfer Anstalten. Ab Anfang 1938 bis Januar 1939 wurden sie in andere Anstalten verlegt. Von hier wurden sie in Tötungsanstalten oder Konzentrationslager deportiert. Das Schicksal dieser Menschen und die Verantwortung der Institution sind Thema dieser Vortrages von Dr. Ulrich Mechler, Archivar der Ev. Stiftung Alsterdorf und Mitarbeiter am Institut für Geschichte und Ethik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Darüber sprechen anschließend Dr. Ulrich Mechler, Beate Kuhnle und Dr. Björn Siegel. Begrüßung durch Pastor Uwe Mleztko, Vorstandsvorsitzender der Ev. Stiftung Alsterdorf.

Anmeldung erforderlich: Kontakt@igdj-hh.de


Veranstaltungsort:
Evangelische Stiftung Alsterdorf
Kirche St. Nicolaus, Sengelmannstr./
Ecke Dorothea-Kasten-Str.
22297 Hamburg

03. November 15.00 Uhr: Evangelische Kichengemeinde Uetersen - Seniorennachmittag zur "Aktion Stolpersteine"

Am Montag, den 3. November findet im Haus Ueterst End an der Kirchenstraße ein Seniorennachmittag der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Uetersen statt. Beginn ist 15.00 Uhr. Kirchengemeinderat Erhard Vogt wird von den "Stolpersteinen" erzählen. eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (Bild: Der Kölner Künstler Gunter Demnig bei der letzten Verlegung von Stolpersteinen 2023 vor dem ehemaligen Krankenhaus Uetersen). Hier kommen Sie zur Spur

04. November 19.00 Uhr Drostei Pinneberg: Vorstellung des heimatkundlichen Jahrbuches 2026

Moin,
wir laden alle Mitglieder und Interessierten herzlich zur öffentlichen Vorstellung unseres neuen Heimatkundlichen Jahrbuchs für den Kreis Pinneberg ein! https://www.drostei.de/

Historikerin Annette Schlapkohl, Redaktionsleiterin des Jahrbuches, wird einen bebilderten Einblick in das Buch geben. Einzelne Autorinnen und Autoren werden ihre Artikel kurz vorstellen.
Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos.
Das Jahrbuch ist Archiv der Regionalgeschichte, aber auch unterhaltsame Lektüre und ist ein Tipp für ein Weihnachtsgeschenk. Es kann vor Ort für € 17,80 erworben werden.
Wir führen diese Jahrbuchpräsentation seit 2016 jährlich im November in der Drostei durch und haben seither viele schöne Veranstaltungen erlebt. Kommen Sie und nehmen Sie an unserer etwa einstündigen Veranstaltung teil! Wir freuen uns auf unsere Mitglieder und alle Interessierten!
Wenn Sie schon mal reinschauen wollen: Inhalt des Jahrbuches 2026 und Leseproben.
Wir sehen uns.
Beste Grüße
Heimatverband für den Kreis Pinneberg von 1961 e.V.
gez. Rainer Adomat


08. November 19.00 Uhr Artur-Grenz-Saal Quickborn

GRENZGÄNGER-PROJEKT Songs und Texte zu

Verfolgung - Flucht - Rückkehr - Vertreibung und Widerstände gegen die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit

Sonnabend, 08.11.2025, 19 Uhr
Artur-Grenz-Saal
Am Freibad 7 in Quickborn

Veranstalter: Träger- und Förderverein Henri-Goldstein-Haus Quickborn e.V.
Eintritt: Erwachsene 15 €, Jugendliche, Schüler und Schülerinnen 5 €
Karten gibt es an der Abendkasse. Für Reservierungen schreiben Sie bitte eine Info an:
karten@henri-goldstein-haus.de
Weitere Informationen zum Stück finden Sie hier im Handzettel
09. November 17.00 Uhr Wedeler Gedenken an die Novemberpogrome von 1938 am Mahnmal im Puttener Weg und am KZ-Gedenkstein in der Rissener Straße
Veranstalter: Arbeitskreis gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalismus der Stadt Wedel
zum Einladungsblatt kommen Sie hier

Irmgard Jasker erhält Bundesverdienstkreuz

Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hat Irmard Jasker, langjährige Friedensaktivistin und in der Erinnerungskultur arbeitend, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Wir gratulieren.
Bild oben: Gedenken an die Opfer aus dem niederländischen Putten: Irmgard Jasker mit ihrem Ehemann Wolfram Jasker am 2. Oktober 2025 am Wedeler Mahnmal für die Opfer des Außenlagers des KZ-Neuengamme.
Bild unten: Irmgard Jasker unter ihre MitstreiterInnen beim Jubiläum zu 35 Jahre Weltoffene Gemeinde Wedel

10. November ab 16.30 Uhr: Gedenken der Stadt Elmshorn an die Pogromnacht 1938 bei der ehemaligen Synagoge im Flamweg

Programm:
Traditionelle Melodie zur Einstimmung/Psalmenbeginn (Elija Schwarz)

Wortbeitrag (Bürgervorsteher Andreas Hahn)

El Male Rachamim (Elija Schwarz)

Wortbeitrag (Dr. Jürgen Brüggemann)

Gedicht: „Fahrt ins Staublose“ von Nelly Sachs (Vortrag von Frank Ramson)

Kranzniederlegungen (städt. Vertreter und VVN/BdA)

Traditioneller Abschluss (Elija Schwarz)

2026 werden für drei Elmshorner EinwohnerInnen der jüdischen Glaubensgemeinschaft Stolpersteine mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt. Für Henriette und Ilse Lippstadt und James Phillip. Hier sein ehemaliges Wohnhaus in der Schulstraße 38/40. (Bild Stadtarchiv Elmshorn)

12. November 19.00 Johannes-Brahms-Schule Pinneberg

Die Johannes-Brahms-Schule (JBS) in Pinneberg veranstaltet gemeinsam mit der Mahnmal-Initiative Pinneberg einen Theaterabend mit Johannes Kirchberg und seinem Programm „Meine Seele ist noch unterwegs“. Verliebt ins Leben, in die Liebe, in die Elbe schrieb Wolfgang Borchert einige der anrührendsten Gedichte über das Meer, die Sehnsucht und seine Heimatstadt Hamburg. Aber auch Texte über Krieg, Verlust und Heimatlosigkeit. Johannes Kirchberg entdeckt diese Gedichte für sich und verleiht ihnen durch seine Musik einen ganz besonderen und neuen Klang. Dabei kommt Wolfgang Borchert sowohl als Stimme der deutschen Nachkriegsliteratur als auch als genauer Beobachter des scheinbar Banalen zu Wort (dermenschistgut.de).
Wolfgang Borchert ist darin ein Vorbild, auf poetische Weise seine Liebe zum Leben und zu den Menschen, trotz der erlebten Kriegsfolgen, zum Ausdruck zu bringen und das Gute im Menschen anzumahnen.

Die Veranstaltung mit Johannes Kirchberg steht in einer Reihe von Veranstaltungen, die die Mahnmal-Initiative Pinneberg im Rahmen der Installation eines Mahnmals am Bahnhof Pinneberg initiiert. Dort entsteht ein „Denkort am Bahnhof“, der das dort seit 1934 stehende Nazi-Bauwerk reflektiert und kommentiert. Die Theaterveranstaltung mit Johannes Kirchberg versteht sich als kulturell-politischer Beitrag zur lokalen Erinnerungskultur und Demokratieförderung.

Die Mahnmal-Initiative sucht insbesondere Kooperationen mit den Schulen in Pinneberg. Sie will Schülerinnen und Schülern dazu anregen, Haltung zu zeigen und sich für die demokratische Grundordnung einzusetzen, und das in kreativer, den Anderen zugewandter Art und Weise. Dazu gehört, sich kritisch mit Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen – etwa mit Blick auf Antisemitismus, autoritäres Denken oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

18. November 18.00 Uhr Forum der Berufsschule Pinneberg:

"Das deutsche demokratische Reich - wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört" mit dem Historiker Volker Weiß


Hiermit möchten wir Sie herzlich zu unserer Veranstaltung „Das Deutsche Demokratische Reich. Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört“ am 18. November 2025 in Pinneberg einladen.
Dienstag, 18.11.2025, 18.00 Uhr
Forum der Beruflichen Schule Pinneberg
An der Berufsschule 1
25421 Pinneberg
In seinem hochaktuellen Buch bietet der Historiker und Autor Volker Weiß eine tiefgehende und historisch fundierte Zeitdiagnose zur extremen Rechten. Weiß beschreibt, wie die extreme Rechte von dem Ziel getrieben ist, den westlichen Liberalismus zu überwinden und eine alternative Geschichtsdeutung durchzusetzen.
Mit seinem Buch knüpft Volker Weiß an seinen Bestseller »Die autoritäre Revolte« an und analysiert diese neuen Methoden der kulturellen Kriegsführung vor allem in den Feldern der Geschichts- und Geopolitik.
In seinem Buch geht es um die Deutungshoheit über Geschichte und Gegenwart und um widersprüchliche und verklärende Geschichtskonstruktionen der extremen Rechten. Die wichtigsten Strömungen und Akteure werden hierbei untersucht, und immer wieder weitet der Autor den Blick hin auf vergleichbare Aktionen der rechten Milieus in Russland und den USA.
Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Präsidium des Kreises Pinneberg, dem Bündnis gegen Rechts im Kreis Pinneberg, dem För­der­ver­ein Ge­gen das Ver­ges­sen – Spu­ren­su­che im Kreis Pin­ne­berg und Um­ge­bung 1933-1945 e.V. und dem Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein durchgeführt. Die Mahnmal-Initiative Pinneberg unterstützt die Veranstaltung.
Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Guido Nowak (Bündnis gegen Rechts / Mahnmal-Initiative).
Weitere Informationen und Anmeldung: Das Deutsche Demokratische Reich. Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört – Der Landesbeauftragte für politische Bildung in Schleswig-Holstein


Das Buch kann hier beim Verlag bestellt werden (PDF-Leseprobe):

Ebenso hörenswert: Podcast im Deutschlandfunk mit Volker Weiß

Wie die neue Rechte NS-Geschichte verfälscht und was dagegen hilft

04. Dezember 19.00 Uhr Rathaussaal Pinneberg :

Veranstalter: Pinneberger Initiative 8. Mai Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus
Das Einladungsblatt erhalten SIe hier

Ausstellungen in Hamburg Ohlsdorf und dem Altonaer Museum

Terror, Gewalt und die Künste in Deutschland 1930 bis nach 2000

Eine Ausstellung über das Erinnern mit den Mitteln der Kunst

Die Ausstellung Im Abgrund zeigt mehr als 75 Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit Terror, Gewalt und ihren Spuren in der deutschen Geschichte auseinandersetzen – von der Zeit des Nationalsozialismus über die Nachkriegsjahre bis in die jüngste Vergangenheit.
Einige Arbeiten entstanden unter extremen Bedingungen – in Lagern oder im inneren Exil. Andere wurden Jahrzehnte später als künstlerische Reflexion auf das Unsagbare geschaffen. Was sie verbindet, ist der Versuch, sichtbar zu machen, was lange verschwiegen oder verdrängt wurde.
Zu sehen sind Werke aus der Stiftung Maike Bruhns, der eindrucksvolle Zyklus von Max Weiss aus dem Ghetto Theresienstadt – als Leihgabe des Altonaer Museums –, Leihgaben von Christoph Krämer und Robert Schneider sowie Arbeiten aus der Gedenkstätte Neuengamme und der Graphothek der Nordkirche.
Die Präsentation ist thematisch und historisch gegliedert und umfasst künstlerische Zeugnisse aus sieben Jahrzehnten.

Kunst als Ausdruck von Widerstand, Erinnerung und Empathie

Wie lässt sich das Unrecht der Vergangenheit darstellen – und wie gehen wir heute damit um?
Die Ausstellung beleuchtet nicht nur die NS-Zeit und die Verfolgung sogenannter „unerwünschter Minderheiten“, sondern auch das Fortwirken von Gewalt und Terror in der Gesellschaft bis in die Gegenwart.
„Es geht um Befreiung aus den Auswüchsen der Gewalt, um die Rolle der Kunst und die Möglichkeiten formaler Darstellung und Formen der Empathie“, sagt Dr. Maike Bruhns, Kuratorin und Stifterin.
Im Abgrund macht deutlich: Kunst war nie unpolitisch – und schon gar nicht in Zeiten der Bedrohung.

Hamburg als historischer Ort

Auch Hamburg spielt eine zentrale Rolle: Von hier aus wurden Menschen deportiert – mitten aus dem Leben, durch belebte Straßen, vorbei an Häusern, die bis heute stehen. Die Gewalt war sichtbar: Deportationen begannen an Orten wie der Moorweidenstraße, der Schanze oder dem Grindelhof.
Die gezeigten Werke spiegeln den Versuch wider, Menschlichkeit zu bewahren – gerade dort, wo sie zu verschwinden drohte.

Ein Gedenken mit aktueller Bedeutung

Anlass der Ausstellung ist der 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 2025. Auschwitz steht als Symbol für den millionenfachen Mord an europäischen Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgten, Menschen mit Behinderung, Kindern, Frauen und Männern. Das Gedenken daran ist nicht nur eine Erinnerung an die Vergangenheit – es ist ein Prüfstein für unsere Gegenwart.
Im Abgrund ist ein künstlerischer Beitrag zum Gedenken – und ein Weckruf für heute.
Denn das, was war, ist nicht vergangen.
Hier geht es zur Website
Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Beiträge zur Aufarbeitung der regionalen NS-Geschichte

Diesen Beitrag und weitere finden Sie unter dem Stichwort NS-Geschichte auf der Website des Stadtarchives Wedel
Diesen Beitrag und weitere finden sie auf der Website auf Zeitreise mit Dr. Jan Kurz

Mitmachen - engagieren - erinnern

Sie interessieren sich für die lokale und regionale Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus und die Erinnerungskultur im Kreis Pinneberg? Dann kommen Sie zu unserem nächsten Treffen:
Dienstag den 13. Januar 2026 im Konferenzraum der Beruflichen Schule, An der Berufsschule 1 in Pinneberg. Eine Einladung erfolgt rechtzeitig
Email Marketing Powered by MailPoet