Karl Timm (1919-1942)

3. September 1942
Bahnhofstraße 35, Wedel
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Karl Timm wurde am 3.10.1919 geboren. Er wuchs in einer Arbeiterfamilie in Wedel unter der Adresse Voßhagen 48 auf. Er hatte vier Geschwister. Sein Vater arbeitete in einer Ölmühle und war ein Nazigegner. Karl Timm wurde nach Kriegsbeginn zur Luftwaffe eingezogen und zum Kanonier ausgebildet.

Sein Bruder Gerhard, der 14 Jahre jünger ist, kann sich noch daran erinnern, dass er seinen Bruder Karl nach Ablauf seines Fronturlaubes zum Bahnhof begleitet hatte. Dort begegneten sie einem Wehrmachtsoffizier und da Karl ihn nicht vorschriftsmäßig grüßte, wurde er von dem Offizier fürchterlich angeschrien und gedemütigt.

Der zweite Vorfall war, dass Karl zu spät von seiner Freundin in die Kaserne zurückkam und deswegen wegen „unerlaubter Entfernung von der Truppe“ verhaftet wurde. Er kam in das Prüfungslager der Luftwaffe Leipzig-Schönau, ein Erziehungs- und Aussonderungslager auf dem Kasernengelände. Er wurde dort gefangen gehalten und musste Lagertätigkeiten verrichten. Ein Dresdner Wehrmachtsgericht verurteilte dann am 29.4.1942 Karl Timm zum Tode.

Karls Schwester Irene hat alles versucht, um Karl zu retten und ihn auch in der Haft besucht. Doch am 3.9.1942 wurde Karl Timm mit einem Kameraden aus Hamburg um 6:20 Uhr morgens auf einem Schießplatz im Wald erschossen und fünf Tage später auf dem Garnisonsfriedhof ohne militärische Ehren verscharrt – einen Monat vor seinem 23. Geburtstag.

 

Quellen: René Senenko von der Willy-Bredel-Gesellschaft, Gerhard Timm (Bruder)

 

Projektgruppe Stolpersteine der Gebrüder-Humboldt-Schule Wedel unter der Leitung von Sonja Strecker

 

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